ENTDECKERTAGE

Das Mariengymnasium Warendorf heißt die neuen fünften Klassen willkommen.

Von Gerold Paul

Es wurden ereignisreiche Tage. Sie begannen mit der Vorstellung der verschiedenen Häuser in der Zauberschule Hogwarts, verbunden mit der Frage, welche Fähigkeiten in der Zauberschule gebraucht würden, und endeten mit der Frage, welche Fähigkeiten die neuen Fünftklässler an einer wirklichen Schule wie dem Mariengymnasium nötig hätten. Unermüdlicher Fleiß, wie er im Haus Hufflepuff hochangesehen ist, würde im Mariengymnasium nicht ausreichen, wussten die Neuen bereits. Freundschaften zu schließen, gemeinschaftlich etwas zu erleben und zu entdecken, erwarteten weitaus mehr unter den Neuen.

Die Einrichtung, die zweite Schulwoche, die so genannten „Entdeckertage“ der neuen Fünftklässler mit der allgemeinen Fahrtenwoche am Mariengymnasium zu verbinden, hat sich aus diesem Grund längst bewährt. Denn die durch die Fahrten bedingte Abwesenheit vieler Klassen und Kurse ermöglichte es den Fünftklässlern, die Schule ungestört vom üblichen Betrieb zu „entdecken“. Und es gab viel zu entdecken, angefangen bei den neuen Klassenkameraden, den Lehrerinnen und Lehrern und ihren Fächern, den Räumen in der neuen Schule. „Es gibt eine Cafeteria!“, stellte Essenia Tligacev nach dem Rundgang durch die neue Schule fest. Nach dem Gang durch die „enorm vielen Räume“ des Mariengymnasiums – so Lea Umlauf aus der 5A – machten sich die Neuen daran, die eigenen Klassenräume zu gestalten. Der erste gemeinsame Wandertag wurde geplant, eine Rallye durch die Stadt Warendorf mit interessanten Aufgaben. „Bei unserer Stadtrallye hatten wir die Aufgabe, Spaghettinudeln kochen und knoten zu lassen“, erzählte Essenia. Dies wurde für sie und ihr Team schnell und bereitwillig im am Marktplatz gelegenen Restaurant „In Mezzo“ erledigt. „Der Wandertag war sehr schön!“, ergänzte Phil Schulze Wienker. So verlief auch die zweite Schulwoche erwartungsgemäß. Vier neue fünfte Klassen haben gemeinschaftlich etwas erlebt und das Mariengymnasium entdeckt und freuen sich bereits auf das kommende Schuljahr.

Fotos: Franziska Betting

DIE SCHULE STARTET

DR. GÜHNE VERSTORBEN

Am 17. August 2019 verstarb Dr. Ekkehard Gühne, ein ehemaliger Kollege am Mariengymnasium, der sich besonders intensiv bei der Erforschung der Schulgeschichte engagiert hat.

Von Walter Schmalenstroer

Herr Dr. Ekkehard Gühne wurde am 22.11.1947 in Ilsede (Niedersachsen) geboren. Nach dem Umzug der Familie nach Solingen besuchte er dort die Schule und bestand im Jahre 1966 das Abitur am dortigen Humboldtgymnasium. Während seiner  Schulzeit entdeckte er seine Liebe zur klassischen Musik und erlernte das Spiel der Querflöte. Den Zivildienst leistete er am St. Josef-Stift in Sendenhorst ab, dem er zeitlebens verbunden blieb. In den Jahren 1968 bis 1973 studierte er an der Universität Münster die Fächer Deutsch, Geschichte und Philosophie. Nach Abschluss des ersten Staatsexamens begann er eine intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Wirken des barocken Literatur- und Sprachtheoretikers Johann Christoph Gottsched, die er mit seiner Promotion im Jahr 1978 erfolgreich abschloss. Während dieser Zeit unterrichtete er bereits am Aufbaugymnasium Schloss Buldern in Dülmen. Nach der Promotion absolvierte er das Referendariat in Ahlen und kam danach am 1.9.1979 zum Mariengymnasium nach Warendorf.

Dr. Gühne verstand sich als klassischer Gymnasiallehrer, dem Bildung als Entfaltung der positiven Kräfte von Schülerinnen und Schülern ein Anliegen war. Gerade wegen seiner historisch-philosophischen Sichtweise stand er manchen schulpolitischen und schulischen Entwicklungen, die dem „Zeitgeist“ entsprachen, sehr kritisch gegenüber. In diesem Sinne beschäftigte er sich intensiv mit der Schulgeschichte des Mariengymnasiums und erarbeitete das Buch „Mariengymnasium Warendorf, Nachwort zu einem Jahrhundert Mädchenbildung in einer westfälischen Kleinstadt“ (Warendorf 1991). Zur Schulgeschichte der gesamten Stadt Warendorf veröffentlichte er in der „Geschichte der Stadt Warendorf“ (2000), eine umfangreiche und tiefgründige Darstellung zu diesem Thema.

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SCHÖNE FERIEN!

Letzter Schultag vor den Ferien wurde zum Tag der Anerkennung

Von Gerold Paul

Der letzte Schultag war auch der Tag der Anerkennung. Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums, die im zurückliegenden Schuljahr besondere Leistungen erbracht hatten, wurden im Rahmen einer offiziellen Feier gewürdigt. Das konnten besondere Leistungen im sportlichen Bereich sein, Erfolge bei mathematischen oder sprachlichen Wettbewerben oder auch Verdienste im sozialen Bereich. Facharbeiten im Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ wurden beispielsweise ausgezeichnet, zwei davon sogar mit einem Preisgeld. Die Diplômes d’Etudes en Langue Française, die Zertifikate über französische Sprachkenntnisse, wurden überreicht. Ein Schüler hatte beim Sportfest der fünften und sechsten Klassen über 40 Meter weit geworfen, eine Schülerin blieb beim 50-Meter-Sprint unter 8 Sekunden. Besonders gute Zeugnisse wurden gewürdigt. Der Tag der Anerkennung wurde eingerahmt von musikalischen Darbietungen und erwies sich aufgrund der gelösten Atmosphäre kurz vor Ferienbeginn als gelungener Abschluss des Schuljahres.

PLASTIKABRIEB BEI AUTOREIFEN

Erfolgreiche Finalisten am MGW beim Chemiewettbewerb „Dechemax macht mobil“

Von Dr. Sabine Schöneich

Neun Schülerinnen und ein Schüler des Mariengymnasiums aus den Klassen 8A und 9A haben erfolgreich die letzte Runde des Chemiewettbewerbs DECHEMAX abgeschlossen! Das Team von Maybritt Peitz, Marie Peters und Leonie Weitkamp aus der 8A schaffte sogar den Sprung unter die besten 15 Teams in Deutschland und wurde neben einer Urkunde zusätzlich mit einem Buchpreis für jeden geehrt.

Die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen haben in dieser zweiten Wettbewerbs-Runde Experimente rund um das Thema „Mobilität“ eigenständig durchgeführt, protokolliert und ausgewertet, wobei die heimische Küche zum Labor wurde. Die Teams führten Experimente durch zum Thema „Mikroplastik Adieu?“ Dabei stellten sie eigenständig biologisch abbaubare Kunststoffe her, die sie dann auf ihre mögliche Verwendung als Autoreifen testeten. Ausgangspunkt war hierbei die Tatsache, dass der Reifenabrieb der Autos die bei Weitem häufigste Quelle von Mikroplastik darstellt. Der kaum sichtbare Abrieb enthält leider oft Weichmacher und andere gefährliche Stoffe. Diese können über die Umwelt in die Nahrung von Tier und Mensch gelangen. Langzeitfolgen sind kaum absehbar, da Gummi durch die Vulkanisation bei der Produktion der Reifen nicht mehr natürlich abbaubar ist. Eine großartige Idee zur Verringerung von Mikroplastik wären also biologisch abbaubare Kunststoffe, wenn sie nicht schon während des Fahrbetriebs abgebaut würden. „Uns haben die Experimente viel Spaß gemacht“, beschreibt Tabea Haack ihre Erfahrungen. „Wir fanden die Experimente sehr spannend, besonders, als wir die selbstgemachten Reifen ausprobieren konnten. Wir waren überrascht, was man aus Quark und Milch herstellen kann und dass aus solchen Zutaten etwas so Stabiles herauskommt. Und nächstes Jahr wollen wir wieder mitmachen.“

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LEBENDIGES ERINNERN

Vladslo (Belgien) Deutscher Soldatenfriedhof,
Plastik Käthe Kollwitz, © Dieter Blase

100 Jahre Vertrag von Versailles – Geschichtsleistungskurs des Mariengymnasiums setzt sich mit der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg und dessen Ende auseinander

Von Florian Hesemann und Stephanie Taube

Warendorf. Am Freitag, dem 5. Juli 2019, fand am MGW eine Erinnerungsveranstaltung der besonderen Art statt. Die Ausstellung „Das europäische Gedenken“ des Fotografen Dieter Blase bot 19 Schülerinnen und Schülern die Chance, über Fotografien von Friedhöfen und Denkmälern des Ersten Weltkrieges dem Erinnern an diesen Krieg näher zu kommen. Der Künstler gab im Gespräch und in Diskussionen den Teilnehmern wertvolle Hintergrundinformationen zu den historischen Orten und seine Intentionen bei der Motivfindung und Bildgestaltung. Dabei arbeiteten die Schülerinnen und Schüler im Wesentlichen zwei verschiedene Arten des Erinnerns heraus – eine sich am Leidende der Soldaten orientierende und eine den Soldaten heroisierende. Während z. B. Käthe Kollwitz in ihrer Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ dem Leiden Ausdruck verlieh, heroisierten die meisten Denkmäler den Soldaten des Ersten Weltkriegs als Helden. So konnten die Jugendlichen in einem ersten Schritt nachvollziehen, dass sich mit den Intentionen des Senders und dem avisierten Empfänger auch die Erinnerungskultur verändert. In einem zweiten Schritt entwickelten die Mädchen und Jungen eigene Ideen, wie heute Gedenken an den Ersten Weltkrieg aussehen könnte. Dabei war es ihnen besonders wichtig, das Gedenken so zu gestalten, dass nicht das Leid einer Nation, sondern das Leiden aller Soldaten unabhängig von ihrer Nationalität sichtbar wird.

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