DER ABITURJAHRGANG VON SEINER KÜNSTLERISCHEN SEITE

Die Abiturientia des Mariengymnasiums zeigt ihre Talente bei einem besonderen Kulturabend

Von Gerold Paul

In der Aula des Mariengymnasiums Warendorf hatte sich das Publikum versammelt, um dem Kulturabend des diesjährigen Abiturjahrgangs zu folgen. Zu diesem vom Drumset und anderen Instrumenten auf der Bühne bestimmten Bild – bevor Rike Böcker und Vincent Haberstroh den Abend eröffneten – kam ein zweites: Die Technik-AG, zuständig für Licht und Ton auf der Bühne, hatte sich bereit erklärt, die Veranstaltung zusätzlich über den YouTube-Account der Schule zu streamen und so live ins Bild zu setzen. Diesmal kam es, anders als bei der Podiumsdiskussion zur Landtagswahl am vergangenen Montag, zu keiner Unterbrechung. Die Leitung stand, trotz der schwachen Internetverbindung der Schule. Über 500 Zuschauer hatten am nächsten Tag die Veranstaltung gesehen.

Was kein Aprilscherz war – es hatte geschneit an diesem Freitag, dem 1. April. Freundlich begrüßte Moderator Vincent Haberstroh die Menge, wobei er zunächst für ihr Kommen trotz des erneuten Wintereinbruchs dankte. Co-Moderatorin Rike Böcker führte kurz in das Programm ein und erläuterte den zusätzlichen Zweck der Veranstaltung: „Wir stehen kurz vor dem Abitur und sind auf Spenden angewiesen, insbesondere für den Abiball. Die Hälfte der Einnahmen aber soll angesichts der aktuellen politischen Lage für die Ukraine-Hilfe gespendet werden. Die Aktion Kleiner Prinz hat ein Spendenkonto für die Ukraine-Hilfe eingerichtet. Dahin soll das Geld gehen.“

Sag Nein zum Krieg!

Das Publikum verstand diesen ernsten Beginn sofort. Dass es um den Krieg ging, ging auch aus dem ersten künstlerischen Vortrag des Abends hervor. Karla Brinkmann, Lana Raab und Moritz Willner trugen Zeilen aus Wolfgang Borcherts 1947 entstandenem Antikriegsmanifest „Da gibt es nur eins!“ vor. Dessen bekannteste Zeile lautet: „Sag NEIN!“ Die Mütter der Welt werden aufgefordert, keins ihrer Kinder dem Krieg zu schenken.

Was in dem rund zweistündigen Programm folgte, war eine sympathische Mischung aus Theater, Musik, Quiz, Torwandschießen und Tanz, wobei Lehrer und Eltern einbezogen wurden. Schüler Jeremy Nickel mimte ein Pokerface, Musiklehrer Peter Behrens Barbies Partner Ken. Mira Eggersmann und Tabea Haack setzten sich zu sensibel begleiteten Duetts vor die Bühne. Zuletzt wurde der sorgfältig einstudierte Tanz der bevorstehenden Mottowoche vorgestellt. Der Abschlussjahrgang stellte mit diesem Abend unter Beweis, dass er auch in künstlerisch-darstellerischer Hinsicht die Vorbereitungen auf das Abitur umzusetzen versteht. Das Publikum in der Aula des Mariengymnasiums zeigte sich von dieser, insbesondere angesichts der Einschränkungen durch die Pandemie bewundernswerten Leistung beeindruckt und spendete mehrfach begeistert Applaus.

POLITIK TRIFFT AUF SCHULE

Podiumsdiskussion mit Direktkandidaten zur Landtagswahl in NRW

Es sollte eine zweistündige Podiumsdiskussion werden, zu Themen, die Schülern bezüglich der bevorstehenden Landtagswahl im Mai auf den Nägeln brennen: Der Grundkurs Sozialwissenschaften der Q1 des Warendorfer Mariengymnasiums hatte dazu am Montagabend fünf Direktkandidaten für den Wahlkreis Warendorf Nord sowie als Vertreter der AfD den Direktkandidaten des Wahlkreises Warendorf Süd eingeladen.

Von Joe Rieder: Die Glocke vom 30. März 2022

Lehrer Thomas Ormeloh begrüßte kurz die rund 100 Zuhörer. Danach übernahmen Clara Sophie Amsbeck und Philipp Lüffe-Baak die Moderation. Sie baten die Teilnehmer, sich jeweils bei Beantwortung der ersten ihnen gestellten Frage vorzustellen. „Warum sollten wir Ihre Partei wählen?“ beantwortete Daniel Hagemeier (MdL CDU) mit einer Auflistung des Wahlprogramms. Ralf Pomberg (SPD) beschränkte sich auf den Hinweis, dass viele von seinem Vorredner genannten Elemente von seiner Partei im Vorfeld angestoßen worden seien und wies vor allem auf die angestrebten Verbesserungen im Bereich Bildung und Mobilität hin. Gemäß dem von den Schülern erstellten Konzept waren nicht alle Fragen an alle Diskutanten gerichtet. Ron Schindler (FDP) sah sich der durchaus provokativen Frage gegenüber, wie er die, so wörtlich, „unprofessionelle Praktik“ der häufig und äußerst kurzfristig geänderten Pandemieregeln für die Schulen erklären könne. Eine echte Antwort musste da ausbleiben, doch sowohl er als auch Hedwig Tarner (Bündnis 90/Die Grünen) äußerten Verständnis für den Unmut der Betroffenen. Dr. Christian Blex (AfD) löste bei seiner Vorstellung ein erstes Raunen aus. Er sei aus der CDU gewechselt, denn, so wörtlich: „Wenn ein Seebeben in Japan dazu führt, dass deutsche Kernkraftwerke abgeschaltet werden, läuft irgendwas falsch.“ Bezüglich der Pandemie seien Angst und Panik gesät worden, da die Altersgruppe der Schüler keinem Gefährdungspotenzial unterliege. Seine Aussage über „genverändernde Impfstoffe“ quittierte das Publikum allerdings mit Gelächter.

Auch Daniel Hagemeier beantwortete die Schüler-Frage nicht konkret. Allerdings hätten mehr als 1000 Zuschriften an ihn in der Frage nach Schulschließungen auf eine Pattsituation hingewiesen. Mark Siewert (Die Linke), selbst noch Schüler, will die Maskenpflicht gerne beibehalten. Ralf Pomberg pflichtete dem Vorwurf der Fragenden bei und wies auf den Vorschlag der SPD hin, verstärkt Wechselunterricht einzuführen.

Die Fragen nach Windkraft und Sonnenenergie wurden unterschiedlich beantwortet. Daniel Hagemeier verdeutlichte, dass nicht jeder im ländlichen Bereich Wohnende Windräder vor Ort akzeptiere. Hedwig Tarner brach eine klare Lanze für alternative Energien, während Dr. Christian Blex, der im Weiteren den Klimawandel als natürlichen Ablauf und nicht menschengemacht darstellte, Investitionen in Windkraft ablehnte, weil Speicherkapazitäten nicht bezahlbar seien. „Man muss etwas tun, nicht nur drüber reden“, verdeutlichte dagegen Ralf Pomberg.

Auch in den zahlreichen weiteren Punkten gab es die erwartbaren Antworten. Bis auf den Vertreter der AfD, der es unsinnig findet, vom Auto aufs Rad zu wechseln, weil die Chinesen es genau anders herum machen, waren sich alle Diskutierenden einig, dass der ÖPNV gestärkt werden müsse. Verkehr müsse neu gedacht werden, beispielsweise mit Car-Sharing und Anrufsammeltaxis, so Ralf Pomberg.

Auf die Frage nach seiner Beziehung zu Israel und was die AfD gegen Antisemitismus unternehme, antwortete Dr. Blex, dass in Deutschland ausgeübter Antisemitismus vielfach aus den Nah-Ost-Konflikten ins Land getragen und von diesen Gruppen ausgetragen werde. Mark Siewert stellte klar, dass es einfach falsch sei, zu behaupten, dass Flüchtlinge dafür verantwortlich seien.

In der folgenden Schnellfragerunde waren zu den Themen Kohleausstieg bis 2030, Ausbau B 64n, Gendern, Bodycams und Abschuss von Wölfen Ja/Nein- Antworten gefragt. Beim Kahoot, einer Quizrunde per Tablet, erwies sich das schon in der Fragerunde angesprochene Dilemma der fehlenden Digitalisierung der Schulen als ernster Problemfall. Die simple Einbindung von sechs Tablets in das WLAN der Schule funktionierte erst nach mehrfachen ermüdenden Versuchen. Das Quiz gewann Mark Siewert, der am schnellsten die meisten richtigen Antworten wählte.

Die anschließenden Publikumsfragen richteten sich auch an den AfD-Kandidaten, der den gravierenden Einfluss von menschlich verursachtem Kohlendioxid auf den Klimawandel bezweifelte.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Hagemeier lud die jungen Menschen dazu ein, die mittlerweile wieder durchführbaren Besuche des Landtags und der Abgeordneten wahrzunehmen.

SO FÖRDERT DIE SCHULE EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT

Achtklässler des Mariengymnasiums stellen Eltern und Lehrern ihren Einsatz beim Projekt „Lernen durch Engagement“ vor.

Von Gerold Paul

Der Schüler des Mariengymnasiums hat seinem Einsatz als ehrenamtlicher Helfer im Hundeasyl Freckenhorst e. V. mit einiger Vorfreude entgegengesehen. Denn er mag Hunde. Angesichts der Zeit, die für die Reinigung der Gehege, die Fütterung, Pflege und Ausbildung von Bella, Christa, Heidi und ihren Artgenossen anfällt, zeigt sich Tim Bußmann, Schüler der Klasse 8B, beeindruckt vom Engagement der Mitarbeiter im Tierheim. Manchmal kommt es vor, dass die Tiere Jahre darauf warten, in ein neues Zuhause zu gelangen. „Es ist wichtig, dass jemand für die Hunde sorgt und die Vermittlung an passende Besitzer übernimmt“, blickt Tim auf seine Tätigkeit in Freckenhorst zurück. Sein ehrenamtlicher Einsatz hat sich in seinen Augen auch für ihn persönlich gelohnt. Bei jedem Einsatz in den vergangenen Wochen habe er gelernt, was es heißt, Verantwortung für Tiere zu übernehmen.

Verantwortung an vielen Stellen übernommen

Dieser Eindruck wird an diesem Tag, mit ähnlichen Worten, von allen Achtklässlern des Mariengymnasiums formuliert, egal ob die Verantwortung im Seniorenheim, in der Grundschule, beim Handballtraining, bei der Lebensmittelaktion „Fairteiler“ oder in der Pfarrbücherei übernommen worden ist. Anders als bei den übrigen Projekten der achten Klasse, die den Schülerinnen und Schülern bei der Erkundung der eigenen Stärken und damit bei der beruflichen Orientierung helfen sollen, wie dem Berufserkundungstag oder dem Girls’ Day and Boys’ Day, liegt der Schwerpunkt bei dem Projekt „Lernen durch Engagement“ auf dem sozialen und karitativen Einsatz. David Feldkämper, Klassenlehrer der 8B hält fest, welches Potenzial in diesem Projekt steckt: „Es geht auch darum, die Augen dafür zu öffnen, welch wichtige Rolle das Ehrenamt in unserer Gesellschaft spielt.“

LATEINISCH SPRECHENDE RABEN UND ANDERE VORLESEGESCHICHTEN

Lateinischer Vorlesewettbewerb am Mariengymnasium eingeführt

Von Gerold Paul

Im Mariengymnasium Warendorf werden seit Kurzem Wettbewerbe im Vorlesen angeboten, und zwar nicht in der deutschen oder der französischen Sprache – diese Wettbewerbe gibt es bereits –, sondern in der lateinischen.

Latein wird also laut und lebendig gelesen, und damit die Stimme klar und verständlich wird, versammeln sich Zuschauer, Jury und Teilnehmer im Freien. Dort gibt es neben dem Sportplatz der Schule ein kleines Theater, um das im Halbkreis die Zuschauerränge gebaut sind. Besonders kräftig kommt die Stimme zum Ohr, wenn der Platz in der Mitte der Bühne eingenommen wird. Wir wissen, dass die Römer den Hall, der an dieser Stelle entsteht, bei der Planung ihrer Theater bedacht und durch Hohlräume und Schallgefäße im Zuschauerraum verstärkt haben.

Latein als Lingua Viva

Heute treten vier Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe gegeneinander an. Sie haben ihr Können in punkto Lesetechnik und Interpretation der vorgelegten Textauswahl in der Vorrunde schon unter Beweis gestellt. Als sie vorgelesen haben, bespricht die Jury sorgfältig, welche Unterschiede sich zwischen den Vorträgen ergeben haben. Den ersten Platz belegt schließlich Mert Albers, ihm folgen Daniel Laumann, Charlotte Gaida und Bosse Ast.

Der Vorlesewettbewerb der achten Jahrgangsstufe Anfang März ist ebenso spannend verlaufen. Aus ihm ging Linnea Bergen als Siegerin hervor, gefolgt von Jonathan Kock, Jasper Paul und Florian Bäumker. Das Mariengymnasium Warendorf gratuliert allen Teilnehmern zu ihren sehr guten Vorträgen in lateinischer Sprache. Sogar ein lateinisch sprechender Rabe, der in einer der Vorlesegeschichten eine Nebenrolle spielte, ist durch sie lebendig geworden.

ERASMUS-PROJEKT KURZ VOR DEM ABSCHLUSS

Erasmus-Fahrt nach Bergamo

Von Benedikta D‘Alò

Nach einer fast zwei Jahre dauernden, pandemiebedingten Unterbrechung wurden Ende Februar endlich wieder die Koffer gepackt. Fünf Schülerinnen des Mariengymnasiums in der Begleitung ihrer Lehrerinnen Dr. Klaudia Casper und Benedikta D‘Alò trafen mit weiteren Teilnehmern des laufenden Erasmus-Projektes in der nördlich von Mailand, am Rande der Alpen gelegenen Stadt Bergamo zusammen. Die Gruppe konnte der Pandemie wegen nicht auf Familien aufgeteilt werden, man übernachtete in einem Hostel. Spaß am internationalen Austausch hatten die Marienschülerinnen trotzdem, zusammen mit den anderen Schülerinnen und Schülern, die aus Frankreich, Litauen, Portugal und Ungarn angereist waren.

Es wurde ein umfangreiches und abwechslungsreiches Programm geboten. Auf Englisch gehaltene Vorträge über Biodiversität und Lebensmittelsicherheit wechselten mit Diskussionen zu der Frage, wie die Globalisierung die Essgewohnheiten verändert. Flankierend dazu unternahm die Erasmus-Gruppe Ausflüge zu einem Lehrbauernhof im Brembotal. Hier bekam man Einblick in die lokale Käseproduktion und übte sich im Ziegenmelken.

Im berühmten, malerisch auf die Dächer der Oberstadt blickenden Botanischen Garten, dem Orto Botanico di Bergamo „Lorenzo Rota“, nahm die Gruppe an einem interessanten Spiel über die eigenen Essgewohnheiten teil. Eine Führung durch die Unter- und Oberstadt Bergamos und ein Ausflug nach Mailand vervollständigten schließlich das Programm.

Fiel die Organisation der Woche selbst perfekt aus, so konnte das von der Rückreise nicht behauptet werden. Sturm und Streiks in Italien und Deutschland und in letzter Minute gestrichene Flüge verlangten allen Reisenden viel Geduld ab. Das Abschlusstreffen des Erasmus-Projektes findet Ende April in Portugal statt, in Santa Maria da Feira. Wieder steht die Fahrt im Zeichen der internationalen Verständigung und des Friedens. Auch die Projektgruppe des Mariengymnasiums wird daran teilnehmen.

GEMEINSAMER FRIEDENSMARSCH

Die Warendorfer Schulen haben ein gemeinsames Zeichen für den Frieden gesetzt.

Ein Zeichen für:

• gewaltfreie Konfliktlösungen

• eine friedliche Zukunft in Europa und auf der Welt

• die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende in der Ukraine

• gemeinsame demokratische Werte, die durch das Grundgesetz verankert sind.

Einer der bekanntesten Aussprüche Willy Brandts passt gut zum Hintergrund des Tages: „Der Frieden ist nicht alles, aber ohne den Frieden ist alles nichts.“

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