Herzlich willkommen!

Grußwort der Schulleiterin

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler!

Ich freue mich, Sie und Euch hier auf der neuen Homepage unserer Schule begrüßen zu dürfen!

Als Gymnasium mit Übermittagsbetreuung und Nachmittagsangeboten bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern ein vielfältiges Programm neben dem regulären Unterricht.
Als Europaschule fördern wir in besonderer Weise europaorientierte Kenntnisse und interkulturelle Kompetenzen.
Als G8-Gymnasium fordern und fördern wir unsere Schülerinnen und Schüler individuell nach ihren Stärken und Schwächen. So bieten wir Module in den Bereichen MINT, Bilingualität und Musik (in diesem Jahr erstmals: Bläserklasse) an, aber auch Förderungen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik.
Ich wünsche allen Besuchern der Homepage viele anregende Eindrücke von unserem vielfältigen Schulleben! Fragen beantworten wir Ihnen und Euch jederzeit gerne (Kontakt).

Mit freundlichen Grüßen

Uta Schmitz-Molkewehrum, Schulleiterin

Grußwort zum Schuljahr 2016/17

Die erste Bläserklasse

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Jeden Freitagmorgen hört man ungewohnte Töne am Mariengymnasium: Die erste Bläserklasse probt und macht lautstark auf sich aufmerksam. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 B entdecken die ersten Töne auf Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete und Posaune. Sogar eine Oboe und ein Euphonium spielen im Ensemble mit. Dass die Schüler nach den Sommerferien an neuen Instrumenten lernen können, ist einer großzügigen Spende der Sparkasse zu verdanken, die die Kosten für sechzehn Instrumente übernommen hat. Peter Behrens, Leiter der Bläserklasse, ist zufrieden. „Schon nach so kurzer Zeit können alle Kinder zwei und mehr Töne produzieren.“ Beim Weihnachtskonzert am 21. Dezember 2016 in der Aula des Mariengymnasiums wird die Bläserklasse erstmalig ihr Können unter Beweis stellen. Herr Wienker, der neue Leiter des Beratungcenters der Sparkasse in der Warendorfer Innenstadt, freut sich ebenfalls die gesponserten Instrumente live im Konzert zu hören.

Praxissemester am Mariengymnasium

Herzlich willkommen Victoria Jungbluth, Celine Krüger, Annika Marek und Anne Vedder, die an unserer Schule ab dem 20. September ein fünfmonatiges Praxissemester absolvieren!

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Von links: Celine Krüger (Deutsch, Erziehungswissenschaft), Annika Marek (Englisch, Französisch), Victoria Jungbluth (Deutsch, Geschichte) und Anne Vedder (Latein, Sozialwissenschaften).

Auf dem Weg zum größten Friedhof der Geschichte


Fahrt nach Krakau und Auschwitz

Bericht von Adrian Grimpe

Grelles Sonnenlicht erhellt den Innenhof, als wir Block 25 verlassen. Drückende Hitze lastet auf einem Ort, an dem vor 70 Jahren tausende Menschen den Tod fanden. Rechts fällt der Blick auf eine graue, mit Kork bedeckte Holzwand. Die Schwarze Wand. Es scheint, als ob die Blumen, die an ihr hängen, die einzigen Farben an diesem Ort sind. Der Platz ist umringt von düsteren Backsteinmauern. Dazwischen verbarrikadierte Fenster, knarrende Türen. Der einzige Weg aus dem Innenhof ist ein hölzernes Tor. Für die Juden damals war der einzige Ausweg der Tod. Auschwitz, noch vor ein paar Monaten konnten wir uns nicht vorstellen, was uns dort erwarten würde. Jetzt haben wir es gesehen.

Wir, das sind 14 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Mariengymnasiums Warendorf. Im Herbst 2015 meldeten wir uns für eine Studienreise nach Krakau an, gefördert vom Kulturreferat Westpreußen in Zusammenarbeit mit dem Westpreußischen Landesmuseum. Magdalena Oxfort ist Kulturreferentin im Museum, sie hat Reise, Unterkunft und Programm organisiert. „Bei unserer Studienreise möchte ich euch die polnische Kultur zeigen, aber auch die Geschichte, die Deutschland und Polen verbindet“, erklärt uns die polnischstämmige Wissenschaftlerin bei unserem ersten Vorbereitungstreffen. Das war im Juni 2016. In derselben Woche nimmt unsere Stufe an einem Zeitzeugengespräch mit Erna de Vries teil. Die Holocaust-Überlebende berichtet, wie sie, im Innenhof des Blocks 25 gefangen, auf ihren Tod warten musste. „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“, ihr letzter Wunsch. Das Schicksal aber ließ sie weiterleben, man entschied, sie wieder als Zwangsarbeiterin einzusetzen.
Eine Woche später trifft sich unsere Gruppe noch einmal, mit dabei die Geschichtslehrer David Feldkämper und Cordula Mense-Frerich, die die Reise begleiten würden. Es geht um die Entrechtung der Juden unter der NS-Diktatur. Wir bekommen außerdem eine Ausgabe der „Maus“, ein Comic über das Schicksal eines Holocaust-Überlebenden. Rückblickend fühlt sich Geschichte ganz anders an, wenn man sie mit den eigenen Augen gesehen hat.

 


Nicht nur für die Geschichtsbücher

Dann August 2016, das letzte Treffen vor der Reise. Wir waren gespannt, alle hatten ganz unterschiedliche Vorstellungen von dem, was wir in Krakau und Auschwitz sehen würden. „Man liest über Auschwitz immer nur in Geschichtsbüchern. Aber den Ort selbst zu sehen, das stelle ich mir noch mal ganz anders vor“, Schülerin Anne Schulze-Terharn damals.

Am Dienstag (30. August) ist es soweit. Wir fliegen vom Flughafen Dortmund aus nach Krakau. Auch wenn es niemand zugeben würde, aufgeregt sind wir schon. Nachmittags beziehen wir unsere Zimmer im Hostel Secret Garden, das im jüdischen Viertel Kazimierz liegt. Am selben Abend noch haben wir Gelegenheit, die Stadt Krakau kennenzulernen. Felix Gericke findet: „In Krakau erlebt man eine ganz andere Kultur. Überall gibt es historische Fassaden, die Geschichte wird am Leben gehalten.“ Diese Beobachtung würden wir noch öfter machen. Gleich am nächsten Tag führt uns Oxfort mit ihrem Assistenten, dem Kunsthistorikstudenten Georgius Paroglu ins jüdische Viertel. Überall Verweise auf eine Zeit, die tiefe Narben bei den jüdischen Polen in Krakau hinterlassen hat: So erinnern Graffiti an die Schikanen durch die NS-Besatzer. Dann geht es vorbei am „Platz der Ghettohelden“, ein Mahnmal über die Deportationen. Der Weg führt uns zur Emaille-Fabrik, in der heute das Schindler Museum gelegen ist. Filme, Musik sowie Sound- und Lichteffekte lassen den Besucher die erdrückende Enge nachempfinden, die die jüdischen Zwangsarbeiter in der NS-Maschinerie quälten. Oskar Schindler selbst, die Heldenfigur unter den NS-Besatzern, ist in der Ausstellung nur hintergründig dargestellt, mehr noch geht es um die Stadt Krakau selbst unter der Nazi-Diktatur. Immer wieder sieht man, wie emotional behaftet das Thema noch unter den Krakauern ist: „Du konntest als Jude rausgehen, um was zu kaufen, und hast deine Familie nie wieder gesehen“, kritisiert unsere Museumsführerin die Willkür der SS. Dabei gestikuliert sie wild mit den Armen. Man sieht ihr das Leid an, das die Polen heute noch über ihre verstorbenen Landsleute empfinden.

Am Donnerstag, den 1. September, besuchen wir Auschwitz. Es war wohl der Höhepunkt unserer Reise. Dass es uns schockieren würde, wussten wir. Auch, dass es einige Zeit dauern würde, bis wir das Gesehene verarbeitet hätten. In einer etwa sechsstündigen Führung besichtigen wir erst das kleinere Stammlager Auschwitz I, dann das größere Auschwitz II Birkenau. Eine Reise durch den größten Friedhof der Geschichte; die Eindrücke sind unvergesslich, die Bilder zu bedrückend, um sie in Worte zu fassen. Wir betreten den Innenhof von Block 25, den Platz, an dem auch Erna de Vries auf ihren Tod warten musste. Schüler Ansgar Ravensberg erinnert sich später: „Am schlimmsten fand ich die ganzen Überreste der Menschen, die man sehen konnte. Die Haare, die Kleidung“. Wir entscheiden uns, in den Konzentrationslagern kein Gruppenfoto zu schießen. Noch am selben Abend besuchen einige von uns ein Konzert in einer der großen Kirchen Krakaus; ein Ensemble spielt das Musikthema des Films „Schindlers Liste“.

Ein neuer Nationalismus?

Am Freitag (2. September), unserem vorletzten Tag in Krakau, führen uns Oxfort und Paroglu noch einmal durch die Stadt. Dabei besichtigen wir das Collegium Maius, eine alte Universität, in der auch Kopernikus geforscht hat. Beim Verlassen des Gebäudes stoßen wir auf eine kleine Gruppe Jugendlicher, sie tragen selbstgemachte Militäruniformen. Ein paar Minuten später sehen wir, dass sich noch weitere auf dem Marktplatz versammelt haben. Eigentlich findet heute ein Jubiläum der Polizei in Krakau statt, diese Jugendlichen aber sind nicht von der Polizei. Sie sind, das erklärt uns Oxfort mit Bedauern, Beispiel eines neuen Nationalismus, der jetzt in Polen um sich greift. Im Angesicht unserer gestrigen Besichtigung des ehemaligen KZs fühlt sich dieser Anblick noch einmal ganz anders an. Am Tag darauf machen wir uns auf den Heimweg.

Jetzt sind zwei Wochen vergangen seit unserer Reise nach Krakau und Auschwitz. Die meisten von uns haben das dort Erlebte verarbeitet. Nun geht es darum, unsere Eindrücke aufzuschreiben, vom Check in am Flughafen bis hin zu den Konzentrationslagern, der drückenden Hitze von Auschwitz. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft, die wir mit den Lehrern Feldkämper und Mense-Frerich gegründet haben, bereiten wir die Fahrt in Form einer Ausstellung nach. Diese wird in der Schule und im Westpreußischen Landesmuseum zu sehen sein. Immer wieder schießen uns beim Schreiben Bilder durch den Kopf, die vermeintlichen Duschen in den Gaskammern, die Verbrennungsöfen, die Schwarze Wand im Todeshof von Block 25. Jedem sollen die Erfahrungen und Bilder zugänglich sein, ganz im Zeichen unseres Mottos: „Erinnern gegen das Vergessen“.

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