IN LERNFERIEN DEFIZITE AUSGLEICHEN

Das Betreuerteam wurde aus acht Schülerinnen und Schüler der Oberstufe gebildet. Sieben davon sind auf dem Foto zu sehen.

Das Mariengymnasium hat in der letzten Woche der Sommerferien „Lernferien“ für Hilfe suchende Schüler angeboten.

Von Gerold Paul

Die Teilnahme war freiwillig, die Anmeldung konnte allerdings nur durch Ulrike Lukassen, die zuständige Lehrkraft der Schule, erfolgen. Es sollten in erster Linie diejenigen Schülerinnen und Schüler teilnehmen können, bei denen ein Bedarf festgestellt worden war. Acht Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Mariengymnasiums haben sich aus diesem Grund entschlossen, die Ferienzeit gewissermaßen zu verkürzen, um ihre Unterstützung in den Fächern Englisch, Französisch, Latein und Mathematik anzubieten. In den meisten Fällen wurden die Schülerinnen und Schüler einzeln betreut, und wenn Gruppen gebildet wurden, blieben sie überschaubar. „Auch bei den Eltern kam das Angebot zum Lückenschluss gut an!“, zeigte sich Ulrike Lukassen erfreut über das positive Feedback. Den Teilnehmern dürfte der Start in das neue Schuljahr damit leichter fallen.

TRAUER UM JOACHIM KRAHN

Das Mariengymnasium verliert den geschätzten Ruheständler Joachim Krahn

Von Walter Schmalenstroer und Dr. Sabine Schöneich

Am 27. Juni 2022 verstarb Joachim Krahn im Alter von 81 Jahren. Das Mariengymnasium trauert um den Lehrer für Erdkunde und Geschichte, der 34 Jahre am Mariengymnasium unterrichtete.

Joachim Krahn wurde am 28. Mai 1941 in Breslau geboren. Nach der Flucht nach Westdeutschland siedelte sich seine Familie zunächst in Senden, dann in Dortmund an. Dort besuchte er nach seiner Volksschulzeit das mathematisch-naturwissenschaftliche Helmholtz-Gymnasium, wo er im Jahr 1962 die Abiturprüfung ablegte. Von 1962 bis 1969 studierte er an der Westfälischen Wilhelmsuniversität in Münster die Fächer Mathematik, Geographie und Geschichte. Während seines Studiums lernte er seine Frau kennen und heiratete sie am 19.12.1968. Nach bestandenem Examen absolvierte er in Recklinghausen sein Referendariat, das er 1970 mit der pädagogischen Prüfung erfolgreich abschloss. Am 1. Februar 1971 begann er als Studienassessor mit den Fächern Erdkunde und Geschichte seine Lehrtätigkeit am Mariengymnasium Warendorf. In der Unterstufe unterrichtete er damals in Zeiten des Lehrermangels auch fachfremd Mathematik und Politik.1974 wurde er zum Studienrat ernannt und 1979 zum Oberstudienrat befördert.

Erdkunde war sein besonderes Lieblingsfach. So leitete er die Erdkundesammlung und übernahm den Fachvorsitz. Er konnte Schülerinnen und Schüler für erdkundliche Themen stark begeistern. Dies gelang ihm nicht zuletzt durch häufige Exkursionen und Studienfahrten, die stets fachlich gut vorbereitet waren. Seine Menschlichkeit machte es ihm leicht, Zugang zu Schülerinnen und Schülern zu finden. Im Unterricht herrschte stets eine entspannte, freundliche und fröhliche Atmosphäre; er lockerte den Unterricht mit Anekdoten und Witzen auf und es wurde immer viel gelacht. Stets standen aber dabei das Thema und das Lernen im Mittelpunkt.

Er fühlte sich immer für die Schule als Ganzes verantwortlich. So ist es kein Wunder, dass er auch weitere Aufgaben übernahm: Lange Jahre hindurch betreute er höchst engagiert die audio-visuellen Medien der Schule, eine nicht immer ganz einfache Aufgabe. Er war Stufenleiter in der reformierten Oberstufe, eine Tätigkeit, die viel Verwaltungsfähigkeiten und gleichzeitig Kommunikationskompetenzen und pädagogisches Geschick erforderte. Er vertrat die Schule in der Schulkonferenz, in der er von Eltern, Schülerinnen, Schülern und vom Kollegium sehr geschätzt wurde und anerkannt war. Bekannt war er auch als guter Feldspieler der Fußballmannschaft des Kollegiums, mit der er viele Erfolge errang.

Am 31.7.2005 trat er nach 34 Jahren Schuldienst in den Ruhestand. Die gewonnene Zeit nutzte er vor allem für seine Familie, die auch während seiner Dienstzeit eine wichtige Rolle spielte. 1979 und 1980 wurden die Kinder Sabine und Michael geboren, die in der Zwischenzeit wieder mit ihren Familien zurück ins Münsterland gekommen sind. Ihre Familien und die Enkelkinder waren ein ständiger Quell der Freude für ihn. Die Familie hat mit seinem Tod einen großen Verlust erlitten.

RADELN FÜR DEN KLIMASCHUTZ

Bildnachweis: BullRun/Adobe Stock

Ergebnisse der Aktion „Stadtradeln 2022“

Von Anna Gieseke

Vom 7. bis zum 27. Mai 2022 fand in diesem Jahr die Aktion „Stadtradeln“ im Kreis Warendorf statt, zum zweiten Mal im Kreis, zum 15. Mal bereits in ganz Deutschland. Das Mariengymnasium war in diesem Jahr auch wieder dabei und hat fleißig Fahrradkilometer gesammelt.

Insgesamt erradelten 86 angemeldete Teilnehmer – Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und einige Eltern – 10723 km, die auf dem Konto des Mariengymnasiums zusammen verrechnet wurden. Damit reihte die Schule sich im Bereich „Schulradeln“ knapp hinter dem Gymnasium Laurentianum ein.

Das beste Einzelergebnis erzielte Lukas Bergen aus der elften Jahrgangsstufe (Q1) mit 750,9 km. In der Mittelstufe erreichte Inga Micheel, Klasse 9C, das beste Ergebnis (454,7 km). Nic Suermann, Klasse 5A, legte 372,9 km zurück und war damit in der Erprobungsstufe der Radfahrer mit den meisten Kilometern.

Dass in der Ober- und in der Erprobungsstufe in dieser Hinsicht viel für den Klimaschutz getan wird, beweist auch das Gesamtergebnis bei den Klassenteams, bei denen die Q1 mit 1508,7 km knapp die Nase vorn hat. Dahinter folgen die Teams der 5D (1480,5 km) und der 5A (1275,9 km).

Angesichts von solch guten Ergebnissen wächst die Vorfreude auf das Stadtradeln 2023. Das Mariengymnasium wird sich wieder an dieser bundesweiten Klimaschutzaktion beteiligen und kräftig in die Pedale treten.

BEGEGNUNG MIT EINEM ZEITZEUGEN DER DDR-GESCHICHTE

Schriftsteller Alexander Richter-Kariger berichtet den neunten Klassen des Mariengymnasiums am eigenen Beispiel über politische Verfolgung in der DDR

Von Gerold Paul

Es gibt Menschen, die mehr Unglück betrifft als andere. Ein solcher Mensch ist Alexander Richter-Kariger. Ein Opfer ist er dennoch nicht. Zu oft hat sich der in Saerbeck bei Münster lebende Schriftsteller in die Büsche geschlagen. Auf diese Weise hat sich der heute Zweiundsiebzigjährige seine Freiheit erhalten können. Alexander Richter-Kariger hat bis 1985 in der DDR gelebt. Geboren 1949 in Coswig, im Land Sachsen-Anhalt, wuchs er in Potsdam auf, wurde als Maurer ausgebildet, machte Abitur und studierte in Berlin an der Humboldt-Universität Finanzwirtschaft. Er arbeitete in Baubetrieben, in der Landwirtschaft, in der Metallbranche, im Einzelhandel und zuletzt im Ministerium der Finanzen der DDR. Die neuralgischen Fragen, die Alexander Richter-Kariger in diesen Jahren beschäftigten, hinsichtlich der Mängelwirtschaft, der Verstöße gegen das Disziplinar- und Verwaltungsrecht der DDR, machten ihn zu dem kritischen Zeitzeugen, der er heute noch ist. Er begann Gedichte, Kurzgeschichten, schließlich Romane zu schreiben, die im SED-Staat nicht veröffentlicht werden konnten: „Ich wusste vom ersten Tag an, zu welchen Folgen die Herausgabe meiner Manuskripte führen würde.“ 1982 wurde er auf offener Straße verhaftet und elf Monate darauf wegen „Staatsfeindlicher Hetze“ zu sechs Jahren Haft verurteilt, von denen er ungefähr die Hälfte verbüßte.

Eindringlich schilderte der akribische Tagebuchschreiber den Neuntklässlern des Mariengymnasiums Warendorf seinen Aufenthalt in der Untersuchungshaft: „An Flucht habe ich damals nicht gedacht. Ein Ausbruch war unmöglich. Das Gelände war ringsum mit Wachttürmen umstellt. Sie hätten mich auf der Flucht erschossen.“ Der Häftling wurde, wie viele andere politische Häftlinge auch, in langen Verhören psychischer Folter unterzogen. 1983 wurde das Urteil der Staatsfeindlichen Hetze verkündet und Alexander Richter-Kariger in das Zuchthaus Brandenburg überstellt.

Begleitet wurde der Schriftsteller von Dr. Frank Hoffmann. Dem Geschäftsführer des Instituts für Deutschlandforschung an der Ruhr-Universität Bochum engagiert sich seit 2008 dafür, unter anderem mithilfe des Schulprojektes, das Interesse für die Geschichte der DDR zu fördern.

SCHÖNE FERIEN! GENIESST DIE FREIE ZEIT!

Letzter Schultag vor den Ferien wurde zum Tag der Würdigung besonderer Leistungen

Der letzte Schultag war auch der Tag der Würdigung besonderer Leistungen. Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums, die im zurückliegenden Schuljahr besondere Leistungen erbracht haben, wurden im Rahmen einer Feier in der Aula der Schule gewürdigt. Das konnten besondere Leistungen im sportlichen Bereich sein, Erfolge bei mathematischen, naturwissenschaftlichen oder sprachlichen Wettbewerben, aber auch Verdienste im sozialen Bereich. Die Achtklässler haben im vergangenen Schuljahr Verantwortung in Kirchen, Krankenhäusern, Bibliotheken, Tierheimen und weiteren Einrichtungen ehrenamtlich übernommen und wurden dafür mit einer Anerkennungsurkunde ausgezeichnet. Facharbeiten im Schülerwettbewerb „Begegnung mit Osteuropa“ wurden ausgezeichnet. Eine Schülerin ist in diesem Wettbewerb für ihren Beitrag, eine Erzählung über eine Pandemie ohne Ende, erst gestern in Oberhausen als Landessiegerin besonders geehrt worden.

Besondere Leistungen im ehrenamtlichen Engagement und im Klimaschutz

Wer die Diplômes d’Etudes en Langue Française, die DELF-Prüfungen über französische Sprachkenntnisse in diesem Schuljahr erfolgreich abgelegt hat, wurde nach vorne gebeten. Eine Schülerin der neunten Klasse hatte beim „Stadtradeln“, einer bundesweiten Klimaschutz-Aktion, 454,7 Kilometer in drei Wochen zurückgelegt und übertraf damit die durchschnittliche Leistung der Teilnehmer von 205 Kilometern um fast 250 Kilometer. Besonders gute Zeugnisse wurden gewürdigt. Der Tag der Würdigung besonderer Leistungen wurde eingerahmt von musikalischen Darbietungen der Bläserklassen und erwies sich aufgrund der gelösten Atmosphäre kurz vor Ferienbeginn als gelungener Abschluss des Schuljahres. Zuletzt dankte Lehrer Fabian Gill den unermüdlichen Schülern der Technik-AG, die zahlreiche Veranstaltungen des Mariengymnasiums Warendorf, wie auch diese Feier am letzten Schultag, mit Licht und Ton auf der Bühne ausgestattet haben.

DER LEONARDO-CAMPUS-RUN 2022!

Der Leonardo-Campus-Run 2022! Eine Unterrichtsreihe mit besonderem Ausklang

Von Felicia Schirk

Am 22. Juni 2022 nahmen drei Schülerinnen des Mariengymnasiums Warendorf aus dem Individualsportkurs von Julia Koch gemeinsam mit ihrer Lehrerin am 5-Kilometer-Lauf des Leonardo-Campus-Run in Münster teil. Der Wettbewerb diente als besonderes Ziel und Motivation für die letzte Unterrichtsreihe der Q1, bei der die Optimierung der Ausdauer im Vordergrund stand, auch wenn die Ergebnisse nicht mehr in die Notengebung einfließen konnten.

Im Unterricht in den Wochen zuvor hatte der Kurs die Möglichkeit, in gemeinsamen Laufeinheiten die Ausdauer zu verbessern, aber auch die langfristige Hausaufgabe, zu Hause eigenständig zu trainieren. Als wichtiger Grundsatz hierbei galt jedoch vor allem, individuelle Ziele zu setzen und sich in einem dem eigenen Leistungsstand angemessenen Tempo zu steigern. In den Sportstunden gewährleisteten zum Beispiel unterschiedliche Laufpläne die Einhaltung dieses Prinzips. Als Abwechslung beinhaltete die Unterrichtsreihe außerdem einen gemeinsamen Spaziergang zum Emssee, der dann im Laufen umrundet wurde. Auch von den Schülerinnen selbst vorbereitete Sportstunden stärkten mit kreativen Spielen und Übungen die Ausdauer des Kurses.

Zu einer Teilnahme am Lauf selbst entschieden sich schließlich jedoch nur drei Schülerinnen, Anjuli Oberbracht, Rike Trüschler und Anne Averbeck. Der restliche Kurs feuerte mit selbstgebastelten Schildern und Luftballons tatkräftig vom Rand der Strecke an.

Bei strahlendem Sonnenschein, wenn auch sehr hohen Temperaturen, bot das ehemalige Kasernengelände des Leonardo-Campus als Laufstrecke einen besonderen Charme. Trotz der vielen Kurven und dem hitzegeschuldeten Ausstieg von Anjuli Oberbracht gelang es Anne Averbeck, den ersten Platz in der Kategorie U18 zu erreichen, Rike Trüschler belegte den zweiten Platz. Doch nicht nur die aktiven Schülerinnen erhielten einen Preis für ihre Anstrengungen: Für die außerschulische Anwesenheit außerhalb der regulären Schulzeiten und die Unterstützung der Läuferinnen durfte sich der Kurs am nächsten Tag als Belohnung über zwei freie Sportstunden freuen.

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