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FAHRT NACH AUSCHWITZ

Der Projektkurs „NS – Erinnern gegen das Vergessen“ des Mariengymnasiums Warendorf unternahm im ersten Quartal des Schuljahres eine fünftägige Studienreise nach Polen, um die jüdische Geschichte im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus besser kennenzulernen und die Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau sowie Krakau zu besuchen.

Vom Projektkurs der Q1

Organisiert wurde die Fahrt durch die Geschichtslehrerinnen Dr. Stephanie Taube und Sandra Benteler in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB). Neben den begleitenden Lehrerinnen, Julia Bosse und Antonia Vellmanns, wurden die 19 Schülerinnen und Schüler die gesamte Reisezeit von einer Mitarbeiterin des IBB aus Deutschland sowie einer Teamerin vor Ort betreut, die die Schüler durch das facettenreiche Programm führten und in Workshops die Erlebnisse und Eindrücke mit ihnen aufarbeiteten.

Ein ganz herzlicher Dank geht an das Kulturreferat des Westpreußischen Landesmuseums und seine Kulturreferentin Magdalena Oxfort, die durch ihre Unterstützung die Fahrt in dieser Weise ermöglichte.

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ERINNERN GEGEN DAS VERGESSEN

Erinnern gegen das Vergessen – Schüler:innen des Mariengymnasiums nehmen an Projekttag teil

Von Sandra Benteler und Dr. Stephanie Taube

Am Freitag, dem 10.6.2022, fand im Mariengymnasium ein Projekttag in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) und dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen unter der Leitung von Magdalena Oxfort aus Warendorf statt. An dem Projekttag nahmen 19 Schüler:innen teil, die im August im Rahmen einer Studienfahrt des Projektkurses „Erinnern gegen das Vergessen – Nie wieder Auschwitz“ zu Beginn der Jahrgangsstufe Q1 nach Polen fahren. Auf dieser Projektfahrt besuchen sie zunächst 3 Tage Oswiecim, um sich dort intensiv mit den Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau auseinanderzusetzen. Im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager wurden durch die Nationalsozialisten über 1,1 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma, Polen und Menschen, die außerhalb der sogenannten „Volksgemeinschaft“ standen, ermordet.

Blitzkurs in polnischer Sprache

Zur Vorbereitung dieser Fahrt kam Frau Gargas Altrock vom IBB ins Mariengymnasium und vermittelte den Schüler:innen die Geschichte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg. Die Schüler:innen konnten im Vorfeld der Fahrt aber auch ihre Erwartungen und Befürchtungen äußern und erhielten zudem einen „Blitzkurs“ in polnischer Sprache. Abgerundet wurde der Vormittag durch eine Landeskunde zu Polen und weitere Reiseinformationen.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen von Krakau, wo die Schüler:innen zwei weitere Tage verbringen werden. Der Kunsthistoriker Georgios Paroglou hat auf Einladung des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen diese lebendige und faszinierende Stadt mit eindrucksvollen Bildern zur Stadtgeschichte vorgestellt, wobei von denen die Tuchhallen, das Collegium Maius der Universität, die Marienkirche und das Wawelschloss nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten sind. Weiterhin vermittelte er anschaulich Spuren des jüdischen Lebens, der jüdischen Kultur sowie der jüdisch-deutschen Geschichte, die er selbst vor Ort in Krakau während der kunsthistorischen Begleitung der vergangenen Studienreisen entdecken konnte.

Oskar Schindlers Fabrik in Krakau

Die Schüler:innen konnten Georgios Paroglou auf einem Rundgang durch das jüdische Viertel Kazimierz im Stadtviertel Podgórze mit seinen drei bedeutenden Synagogen begleiten. Er ging dabei ebenfalls auf die Geschichte des ehemaligen Ghettos in Krakau ein. Auf dem zentralen Platz des ehemaligen Ghettos wurden zur Zeit der Nationalsozialisten die Selektionen und die Deportationen in die Konzentrations- und Arbeitslager durchgeführt. Daran erinnern heute die insgesamt 70 überdimensionierten Stühle, die 2005 auf dem Platz der Ghettohelden inmitten des ehemaligen jüdischen Ghettos als Mahnmal aufgestellt wurden. Abschließend berichtete Georgios Paroglou über Oskar Schindler, der insbesondere durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ bekannt geworden ist. Oskar Schindler erwarb die Emaillefabrik in Krakau und bewahrte gemeinsam mit seiner Frau etwa 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern. Heute befindet sich im noch bestehenden Verwaltungsgebäude dieser ehemaligen Fabrik eine Abteilung des Historischen Museums der Stadt Krakau.

Auf der Grundlage dieser inhaltlichen Vorbereitung durch das IBB und das Kulturreferat in Warendorf ist der Projektkurs des Mariengymnasiums gut vorbereitet für eine intensive Projektwoche im August.

WIR ERINNERN AN DEN 9. NOVEMBER

Gelebte Erinnerungskultur am Mariengymnasium Warendorf

Von Annika Herrmann

Auch in diesem Jahr erinnerte das Mariengymnasium an die Reichspogromnacht am 9. November 1938, in der das nationalsozialistische Regime Gewalttaten in deutschen Städten gegen die jüdische Bevölkerung initiierte und lenkte. Diese markieren den Übergang von der Diskriminierung jüdischer Menschen zur systematischen Verfolgung und Ermordung. Auch Warendorf stellte in diesem Zusammenhang keine Ausnahme dar.

Nach dem Motto Erinnern an das Gestern – Gestalten des Heute – Für das Morgen wird im Schulfoyer in einer Plakatausstellung über die Ereignisse 1938 informiert, ergänzt durch Zitate und Gedichte von Zeitzeugen. Mithilfe von Material von der Amadeu Antonio Stiftung werden die gegenwärtige Brisanz von Judenfeindlichkeit im Zusammenhang der Corona-Pandemie sichtbar gemacht und Tipps zum Umgang mit antisemitischen Kommentaren als Beitrag für ein tolerantes und weltoffenes Zusammenleben gegeben.

Mit der von der Geschichtsfachschaft initiierten Aktion setzt das Mariengymnasium unterstützt von Schülerinnen und Schülern der Klasse 9a ein Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung und Antisemitismus. Im Gedenken an die Betroffenen legten die Jugendlichen entsprechend dem jüdischen Erinnerungsritus vor einer Gedenktafel für jüdische Schülerinnen der Schule, die im Holocaust ermordet wurden, Steine ab.

Gelebte Erinnerungskultur am Mariengymnasium manifestiert sich ebenfalls im Projektkurs Nie wieder Ausschwitz – Erinnern gegen das Vergessen, der von Schülerinnen und Schülern der Q1 belegt werden kann, einen Besuch der Gedenkstätte Ausschwitz sowie weitere Bildungs- und Begegnungsangebote zum jüdischen Leben oder Antisemitismus einschließt.   

STOLPERSTEIN ZUR ERINNERUNG AN AUGUST TERTILT VERLEGT

Sebastian Lange, Abiturient des Mariengymnasiums, verfasst Facharbeit über nationalsozialistischen Krankenmord

Von Dr. Stephanie Taube

„Es geht nicht nur um Geschichte, sondern um Gegenwart und Zukunft“ – mit diesen Worten schließt Sebastian Lange, Abiturient des Mariengymnasiums, seine im vergangenen Jahr verfasste Projektarbeit über August Tertilt. Der Warendorfer, geboren 1908, wurde am 31.07.1941 im Rahmen der „Aktion T4“ von den Nationalsozialisten in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet.

Am 30. Juni 2021 wurde ein Stolperstein für August Tertilt an seinem damaligen Wohnort Westbezirk 18 verlegt. Die Erinnerung an eines der „vergessenen Opfer in Warendorf“ resultiert aus mehreren Ursprüngen: zum einen aus dem Projektkurs „Erinnern gegen das Vergessen“, der am Mariengymnasium Warendorf eingerichtet ist, dann aus der VHS-Forscherwerkstatt „Die vergessenen Opfer in Warendorf. Der Mord an psychisch Kranken und geistig Behinderten im Nationalsozialismus“, dann aus der Zusammenarbeit des Abiturienten mit dem Münsteraner Historiker Matthias M. Ester und zum anderen aus dem Engagement von Augusts Neffen, Josef Tertilt und seiner Familie.

Angestoßen wurde Sebastian Langes historische Forschung durch den Projektkurs am Mariengymnasium „Auschwitz – Erinnern gegen das Vergessen“ unter der Leitung von Dr. Stephanie Taube. Alle Schüler:innen teilten das Anliegen, gerade die Geschichte des Nationalsozialismus, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sondern die Erinnerung an sie in unserer Gegenwart zu verankern. Deshalb fuhr der Kurs zu Beginn des Schuljahres 2019/20 gemeinsam zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Die Fahrt führte zu vielen Gesprächen, auch in den Familien, über die deutsche Vergangenheit und die eigene Familiengeschichte. Einige der Schüler:innen wählten diese als Ausgangspunkt für ihre Projektarbeiten und trugen so zur Aufarbeitung von Biografien aus der Familie bei.

Sebastian Lange entschied sich für die Erforschung des Schicksals von August Tertilt, welcher zunächst nichts weiter als ein Name auf einer Transportliste war, die der VHS-Forscherwerkstatt vorlag. Unterstützt durch Matthias M. Ester und motiviert durch Dr. Stephanie Taube begann Sebastian Lange, die Geschichte hinter dem Namen aufzudecken. Sein Weg führte ihn über das Kreisarchiv Warendorf und das Landesarchiv NRW in Münster hin zu virtuellen Kontakten, wie etwa dem Bundesarchiv in Berlin, und schließlich wieder in das Wohnzimmer von Josef Tertilt in Warendorf. Dieser teilte ihm aus dem Familiengedächtnis an seinen Onkel mit, legte ihm das verbliebene Bildmaterial vor und half tatkräftig mit, die Stolpersteinverlegung zu organisieren. So konnte aus einem Namen auf einer Liste die Erinnerung an eine Person werden, die schließlich von den Nationalsozialisten getötet wurde, weil ihre psychische Krankheit sie in den Augen der Machthaber nicht lebenswert machte. Mit Hilfe des Stolpersteins wird die Erinnerung an August Tertilt wachgehalten, weil die Geschichte für unsere Gegenwart und Zukunft Bedeutung hat, weil jeder Mensch nicht, wie Sebastian Lange es formuliert hat, nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung bewertet wird, sondern – einfach weil er ein Mensch ist – eine unantastbare Würde besitzt.

Sebastian Lange erhielt im Juni 2021 den Landessiegerpreis des Schülerwettbewerbs Osteuropa des Landes NRW in der Kategorie Facharbeiten.

DDR – DEMOKRATIE ODER DIKTATUR?

Rainer Eppelmann referiert vor 120 Oberstufenschüler über SED-Regime

Von David Feldkämper

MGW. Freie Meinungsäußerung, freie Entfaltung der Persönlichkeit, eine Wahl zwischen Alternativen. Das Gut der Freiheit ist für viele – vor allem junge – Menschen heute selbstverständlich. Der ehemalige Pfarrer, Bürgerrechtler, Minister und Bundestagsabgeordnete Rainer Eppelmann hat diese gegenwärtige Selbstverständlichkeit den größten Teil seines Lebens vermisst. Eppelmann ist in der DDR aufgewachsen und hätte das repressive System beinahe nicht überlebt. Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls erinnerte Rainer Eppelmann im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Volkshochschule Warendorf vor 120 Oberstufenschülern des Mariengymnasiums an das unfreie Leben unter dem SED-Regime – für den heute 76-Jährigen eine Herzensangelegenheit.

Immer wieder konfrontierte der Überzeugungspolitiker die gebannte Zuhörerschaft im Zuge seiner Erzählungen über seine ganz persönlichen biografischen Erfahrungen mit der Frage: „Demokratie oder Diktatur?“ – ein roter Faden, aber zugleich auch die Anklage eines politischen Systems, das nach außen vermittelte, demokratisch zu sein, dieses Versprechen jedoch in der Praxis konsequent brach. Den Mauerfall hat Eppelmann vor dem Schlagbaum an der Bornholmer Straße in Berlin erlebt. Dass die Grenzsoldaten diesen später öffneten, führt Eppelmann auch darauf zurück, dass immer mehr Menschen vor Ort die zuvor verkündete Reisefreiheit einforderten. Für den Bürgerrechtler ein ergreifender und lange ersehnter Moment.

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AUF DEN SPUREN RÖMISCHER DENKMÄLER

Fahrtenbericht des Lateinkurses der achten Jahrgangsstufe

Von Paola Feldhues und Kim Hälker

Die diesjährige Kursfahrt brachte den Lateinkurs der achten Jahrgangsstufe des Mariengymnasiums an den Bostalsee bei Nohfelden in der Nähe von Trier. Fünf Tage voller Spaß und Abenteuer, aber natürlich auch die Spurensuche in der römischen Archäologie standen der Gruppe in Begleitung von Peter Behrens, Ulrike Lukassen und Stefanie Bellingen bevor. Auf der Hinfahrt gab es einen ersten Stopp am Deutschen Eck in Koblenz, wo die Schülerinnen und Schüler unter den Augen des riesigen Kaiser-Wilhelm-Standbildes sich selbstständig umsehen und Fotos machen konnten. Am Abend der Ankunft im Center Parc Bostalsee bezogen die Schüler ihre komfortabel ausgestatteten Ferienhäuser und machten sich danach vom Park einen ersten Eindruck.

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