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Latein

Latein wird heute, fast 1500 Jahre nach dem Untergang des römischen Reiches, nicht mehr gesprochen, aber eine „tote“ Sprache ist es deshalb noch lange nicht! Wusstest du zum Beispiel, dass die folgenden Wörter aus der lateinischen Sprache stammen?

  • Familie (lat. familia)
  • Fenster (lat. fenestra)
  • Mauer (lat. murus)
  • Straße (lat. via strata)
  • Keller (lat. cella)
  • Pflanze (lat. planta)
  • Flamme (lat. flamma)

 

Rate nun, welche deutschen Wörter sich von folgenden lateinischen Wörtern ableiten lassen:
saccus, cista, speculum, ancora, catena, moneta, bacillus, ultimatum, computare.

Wusstest du außerdem, dass

  • etwa die Hälfte des englischen Wortschatzes aus dem Lateinischen übernommen worden ist?
  • ungefähr 600 Millionen Menschen auf der Welt Sprachen wie Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch sprechen, die direkt vom Lateinischen abstammen?

 
Latein ist so gesehen in unserem Alltag immer noch sehr präsent.

Deshalb lernst du im Lateinunterricht

  • nützliche Vokabeln, die dir helfen, Fremdwörter auch im Deutschen zu verstehen,
  • Wörter, die häufig unverändert aus den romanischen Sprachen übernommen worden sind und die dir das Erlernen dieser Sprachen erleichtern,
  • das Grammatiksystem des Lateinischen als europäischer Basissprache,
  • antike Mythen und Literatur in ihrem Fortwirken in europäischer Kunst und Literatur,
  • etwas über Philosophie, Politik, Rhetorik, Recht und Kunst der Römer.

 
Latein hilft dir auch im Hinblick auf deine geistige Entwicklung. Es

  • steigert deine Merkfähigkeit
  • fördert deine logischen Fähigkeiten und dein Abstraktionsvermögen,
  • verlangt dir Konzentration und Ausdauer ab,
  • zwingt dich zu genauem Hinsehen und gründlichem Arbeiten,
  • zeigt dir, dass Fleiß sich auszahlt.

 
Nicht zuletzt ist das Latinum für viele Studiengänge Voraussetzung (Archäologie, Theologie, Philosophie, Geschichte, Fremdsprachen usw.) und für viele weitere Studiengänge (Biologie oder Medizin) sehr nützlich!

 


Latein an unserer Schule

Der Lateinunterricht beginnt an unserer Schule in der 6. Jahrgangsstufe, parallel zum Französischunterricht, und endet in der Regel nach Beendigung der Jahrgangsstufe 10. In den Jahrgangsstufen 6 und 7 wird Latein mit 4 Wochenstunden (6 Klassenarbeiten), ab der Jahrgangsstufe 8 mit jeweils 3 Wochenstunden (4 Klassenarbeiten) unterrichtet.

Es besteht die Möglichkeit, Latein in der Oberstufe fortzuführen und als 3. oder 4. Abiturfach zu wählen. In der Oberstufe wird Latein als Grundkurs (4 Klausuren) unterrichtet.

 

Zertifikate

Wenn du mit mindestens ausreichenden Leistungen die Jahrgangsstufe 10 im Fach Latein abgeschlossen hast, erhältst du das Latinum.
 
Wettbewerbe (Schuljahr 2017/18)

Haben ihre Begeisterung für das wissenschaftliche Arbeiten entdeckt: Pia Buschermöhle und Luzie Smotzok in den Räumen der Klassischen Philologie in Münster (v. l.); Foto: Gerold Paul.

Zwei Schülerinnen der Q1 nehmen am landesweit ausgetragenen Wettbewerb der Alten Sprachen, am Certamen Carolinum teil.

Bericht von Gerold Paul

Warendorf. Münster. Der landesweit ausgetragene Wettbewerb in den alten Sprachen, Certamen Carolinum, geht am Mariengymnasium Warendorf in sein zweites Jahr. Thematisch geht es in diesem Jahr um Fama, Fake News und künstliche Frauen. Pia Buschermöhle und Luzie Smotzok, Schülerinnen des Mariengymnasiums und des Laurentianum, haben in der letzten Ferienwoche in den Bibliotheken der Universität Münster recherchiert, was sie für die Ausarbeitung ihrer Wettbewerbsbeiträge benötigen. Der für den Wettbewerb zuständige Lateinlehrer Gerold Paul vom Mariengymnasium und Carina Schlüppmann, die 2016 ihr Abitur am Mariengymnasium gemacht hat und nun Klassische Philologie in Münster studiert, haben ihnen dabei geholfen.

Als Colin Powell, der ehemalige Außenminister der USA, der Welt verkündete, im Irak gebe es Massenvernichtungswaffen, stützte er sich auf Falschmeldungen. Colin Powell schwor damit die Welt auf den lange Jahre währenden Irakkrieg ein. Wenn in der aktuellen Berichterstattung von Fake News gesprochen wird, dann sind meist auch deren verheerende Folgen gemeint. Immer wieder stellt sich die Frage, ob eine vom Hörensagen gestützte Geschichte Wahrheit beanspruchen darf, welchen Schaden sie anrichten kann. So groß ist der Unterschied zwischen den aktuellen „alternativen Fakten“ und den Falschmeldungen in der Antike dabei nicht, wie Pia Buschermöhle weiß. Als Sinon, unter dem trojanischen Pferd stehend, das Gerücht in die Welt setzt, die Griechen hätten sich von Troja zurückgezogen, bereitet er dessen Ende vor. Aber nicht nur den Dichtern, selbst den Geschichtsschreibern gefiel es, Gerüchte in ihre Werke aufzunehmen. Manche haben geradezu eine Schwäche für Gerüchte. Denn Gerüchte sind vor allem interessant und verbreiten sich schnell. Pia Buschermöhle: „Der römische Dichter Vergil hat diesen Vorgang in der Gestalt der Fama dargestellt, die durch die Städte geht und wahre oder erfundene Botschaften verkündet. Fama hat ein furchterregendes Aussehen, mit sehr vielen Augen, Ohren, Mündern und Zungen an ihrem Körper. Auch Famas Größe ist beachtlich, denn das schnell wachsende Ungeheuer steht sowohl mit den Füßen auf dem Boden als auch mit dem Kopf in den Wolken.“

Wirklichkeit in ganz anderer Form spiegelt die künstliche Frau wider, die sich der Bildhauer Pygmalion erschafft. Da ihm die weibliche Welt im Allgemeinen unzulänglich und verkehrt erscheint, ist es leicht verständlich, dass er die Widerspiegelung seiner Idee, die ideale Frau, in die Praxis umsetzen möchte. „Künstliche Frauen sind ein verbreitetes Phänomen“, sagt Luzie Smotzok, „schon der römische Dichter Ovid hat dieses Motiv in seinen Metamorphosen verwendet. Durch die Liebe Pygmalions zu einer von ihm selbst gefertigten Statue wird diese von der Göttin Venus in eine echte Frau verwandelt. Ovid kritisiert damit indirekt den Glauben daran, dass nur das selbst Erschaffene gut genug sein könne. Außerdem stellt er ironisch heraus, dass eine Frau erst durch ihre vollkommene, aber künstliche Schönheit den Ansprüchen Pygmalions oder auch denen der Gesellschaft genügt.“

Die Schülerinnen reichen ihre Wettbewerbsbeiträge zugleich als Facharbeiten in dem vom Gymnasium Laurentianum und Mariengymnasium kooperativ geführten Lateinkurs unter Leitung von Frau Meyerhof ein. Die beiden Gymnasiastinnen zeigen sich begeistert von ihrem neuen Aufgabenfeld: „Wir finden die Form des wissenschaftlichen Arbeitens für die Facharbeit sehr spannend und sind begeistert davon, wie einem durch Einlesen in die Sekundärliteratur das Thema der Facharbeit immer klarer und verständlicher wird. Gerade auch die Aktualität der Themen beim Wettbewerb ist bemerkenswert, denn die Darstellung der Fama kann problemlos in der heutigen Zeit von Fake News wiedererkannt werden.“
 
Lehrpläne und Leistungskonzepte

Internes Curriculum und Leistungskonzept Sek I

Internes Curriculum und Leistungskonzept Sek II
 
Lehrerinnen und Lehrer im Fach Latein an unserer Schule

Herr Behrens

Frau Bellingen

Herr Mertins

Frau Meyerhof

Herr Paul

Frau Schwedhelm

Frau Skall

Frau van den Boom

 

Latein im Internet

Lateinübungen können übrigens auch online abgerufen werden. Die Plattform hierzu bietet die von Herrn Paul betreute Homepage villa Latina. Alle Übungen verstehen sich als Ergänzung zu dem im Unterricht verwendeten Lehrbuch. So kannst du selbstständig den in den Unterrichtstunden behandelten Stoff nacharbeiten, eigene Defizite aufarbeiten und dich gezielt auf die Klassenarbeiten vorbereiten.

 

Du erreichst die Homepage unter den folgenden Links:

 

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