Home » Chemie

Archiv der Kategorie: Chemie

DIE ZAUBERHAFTE LEUCHTWIRKUNG DER ROSSKASTANIE

Drei Sechstklässlerinnen des Mariengymnasiums erhalten Urkunden im Chemie-Wettbewerb „Chem-pions“

Von Dr. Sabine Schöneich

Currypulver, Geldscheine, Knicklichter, Puddingpulver, Textmarker und Tonic Water, schließlich die Zweige der Rosskastanie – sie alle haben etwas gemeinsam: Ihre Leuchtwirkung unter Schwarzlicht ist phänomenal. Im diesjährigen Chemie-Wettbewerb „Chem-pions“ ging es darum, die Leuchtwirkung bestimmter chemischer Stoffe zu untersuchen. Der Wettbewerb hatte das Motto „Zauberhaftes Leuchten“. Drei Schülerinnen des MINT-Kurses der sechsten Klassen des Mariengymnasiums reichten umfangreiche Projektmappen ein und erhielten jetzt die Urkunden für ihre erfolgreiche Teilnahme. Yolanda Unruh wurde eine sehr erfolgreiche Teilnahme bescheinigt, Nina Wullkotte und Jill Hälker eine erfolgreiche.

Dank einer Spende des Fördervereins der Schule konnte Kursleiterin Dr. Sabine Schöneich die notwendigen Hilfsmittel wie Schwarzlichttaschenlampen und Knicklichter schnell beschaffen. Der MINT-Kurs staunte nicht schlecht, als im abgedunkelten Labor der Zweig einer Rosskastanie in warmes Wasser gehalten und beleuchtet wurde. Plötzlich verteilten sich magisch anzusehende Schlieren aus der Anschnittstelle auf den Grund des Bechers und bildeten farbig wabernde Wolken. In gleicher Weise magisch leuchteten andere Stoffe wie Currypulver, Honig und Vanillepudding auf. Besonders gefiel es den Schülerinnen und Schülern, festzustellen, was bei grünen Textmarkern leuchtet. Die grüne Farbe eines Textmarkers zerlegte sich per Papierchromatographie in ihre Einzelfarben. Unter Schwarzlicht war von der Mischfarbe Grün nur die Einzelfarbe Gelb zu sehen.

Dieser Einzelwettbewerb für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I fördert die Neugierde an chemischen Fragestellungen und Phänomenen. Gerade das Experimentieren machte in diesem Jahr großes Vergnügen, wie Nina Wulkotte festhielt: „Und weil es immer so schön aussah, war die MINT-Stunde immer viel zu schnell vorbei“.

ROBERT BILOTTS LANGER PROZESS GEGEN DEN CHEMIEKONZERN DUPONT

Oberstufenkurse des MGW sehen im Scala Filmtheater, was die so genannten „ewigen Chemikalien“ bewirken

Von Dr. Sabine Schöneich/Gerold Paul

Mit Unterstützung des Fördervereins ihrer Schule konnten die Chemie- und Biologie-Leistungskurse des Mariengymnasiums das Scala Filmtheater Warendorf zu einer gemeinsamen Vormittagsvorstellung besuchen. Der spannende Justiz-Thriller „Vergiftete Wahrheit“ aus dem Jahr 2019 führte ihnen die packende, auf Fakten beruhende Geschichte des US-amerikanischen Anwalts Robert Bilott vor. Der Umweltanwalt trug eine 19 Jahre andauernde juristische Auseinandersetzung mit dem Chemieriesen DuPont aus und erhielt schließlich 2017, nach der Niederlage des Unternehmens, den Right Livelihood Award. Dieser Preis ist in Europa unter dem Namen „Alternativer Nobelpreis“ bekannt. DuPont hatte die bei der Herstellung von herkömmlichen Pfannenbeschichtungen verwendete Perfluoroctansäure in den Ohio River geleitet und giftige Schlämme in einer undichten Deponie entsorgt.

„Bei einer Schulkinovorstellung sind häufig Langweiler zu erwarten, aber dieser Spielfilm war richtig spannend, mit tollen Schauspielern. Und von diesen extrem giftigen, ewigen Chemikalien, die mittlerweile in 98% der Lebewesen zwischen Arktis und Antarktis vorhanden sein sollen – also auch im Blut aller Menschen – hatte ich vorher noch nie etwas gehört“, fasste Schüler Henning Schier seinen Eindruck zusammen. „Die Chemie dieser chemischen Stoffe wurde genau in der richtigen Dosis erklärt“, ergänzte Lukas Bergen. „Die sind nämlich rein menschengemacht und werden in der Natur nicht abgebaut und sammeln sich deshalb vor allem in den Organen an.“

Besonders bewundert wurde das Durchhaltevermögen Robert Bilotts, der es schaffte, das Anliegen seiner Mandanten fast zwei Jahrzehnte lang gegen DuPont vorzubringen, trotz gesundheitlicher Rückschläge und einer zermürbenden Ehekrise.

PFAS, die ewigen Begleiter

Der Stoff des Films „Vergiftete Wahrheit“ betrifft nicht nur die USA. Auch im europäischen Raum werden viele Produkte verkauft, die mit PFAS belastet sind. „Diese Gifte finden sich in vielen Artikeln: Pizzakartons, Einmal-Kaffeebechern, Funktionskleidung, Teppichen, Feuerlöschschäumen, praktisch überall um uns herum“. Schülerin Jessica Friesen gingen bei der Filmvorstellung vor allem die Bilder verendeter Kühe und neugeborener Kinder mit Gesichtsverstümmelungen unter die Haut. Die lange Liste der Krebserkrankungen, die auf PFAS zurückzuführen sind, ist erschreckend.

Seit 2019 wird in Brüssel eine Trinkwasser-Richtlinie erarbeitet, in der PFAS berücksichtigt werden. Der jahrelange Einsatz des Umweltanwalts Robert Bilott ist also auch im Hinblick auf Europa nicht vergeblich gewesen.

DIE CHEMIE DER MAGISCHEN STIFTE

Helena Breymayer, Ylenia Starke und Christina Uphoff erhalten Urkunden für ihre erfolgreiche Teilnahme an „Chem-pions“

Von Dr. Sabine Schöneich

Zaubermalstifte sind erstaunlich: Sie ändern die Farbe, wenn sie mit dem farblosen Magic-Pen übermalt werden, und führen wie durch Zauberei zu neuen Farberlebnissen. Aber steckt in diesen Stiften wirklich Magie? Natürlich nicht – handfeste Chemie!

Helena Breymayer, Ylenia Starke und Christina Uphoff aus der siebten Jahrgangsstufe des Mariengymnasiums nahmen im vergangenen Schuljahr, im Rahmen des MINT-Zweiges, am Landeswettbewerb „Chem-pions“ teil. Dafür experimentierten sie mit verschiedenen Sorten der sogenannten Zauberstifte. Im November bekamen die drei Mädchen jetzt für ihre Arbeit ihre Urkunden, die mit drei von möglichen vier Sternen bewertet wurden. Dies bedeutet, dass sie alle Beobachtungen notiert und ausgewertet haben, ihre Arbeit übersichtlich gestaltet und die Texte gut ausformuliert haben. Helena machten vor allem die praktischen Versuche Spaß: „Super war es, wie wir selber aus Zitronensaft, Backpulver und Co. einen Magic-Pen hergestellt haben, der auch funktionierte!“ Christina war begeistert davon, „wie wir mit einfachem Kaffeefilterpapier herausbekommen konnten, dass die meisten Zaubermalstifte aus verschiedenen Farben bestehen“. Laut Ylenia war es besonders spannend, geheime Nachrichten mit unsichtbarer Tinte zu schreiben.

Der Experimentalwettbewerb „Chem-pions“ ist für die Klassen 5 bis 8 aller Schulformen in NRW konzipiert worden. Erstmalig im Herbst 2017 angeboten, trat er in dieser Form die Nachfolge des Wettbewerbs „Chemie entdecken“ an, der die Experimentierfreude der Schülerinnen und Schüler seit seinem Start im Jahr 1998 immer wieder wecken konnte. Inhaltlich steht jeweils ein Alltagsprodukt oder ein Alltagsphänomen im Mittelpunkt, zu dem chemische Experimente durchzuführen sind, die mit einfachen Mitteln zu Hause oder in der Schule bewerkstelligt werden können. Diese Experimente sollen schriftlich dokumentiert werden. Für die höheren Jahrgänge gibt es Zusatzaufgaben, welche ebenfalls zu bearbeiten sind. „Chem-pions“ ist als Einzelwettbewerb gedacht, der zwar das Experimentieren im Team zulässt, aber von den Teilnehmer:innen einen selbstständig formulierten Versuchsbericht voraussetzt.

GRÜNE AUTOREIFEN AUS LÖWENZAHN-KAUTSCHUK?

Beim Chemiewettbewerb Dechemax ist mit Maybrit Peitz, Marie Peters und Leonie Weitkamp erneut ein Team des Mariengymnasiums unter die fünfzehn besten Teams Deutschlands gekommen

Von Gerold Paul

Wo produziert wird, wird weggeworfen. Wo viel produziert wird, wird besonders viel weggeworfen. Das Wegwerfzeitalter zwingt dazu, über Alternativen nachzudenken: nachhaltige, grüne Produkte. Doch auch über die grünen Ersatzstoffe muss nachgedacht werden, verrät Marie Peters vom Dechemax-Team des Mariengymnasiums Warendorf. Sie hat zusammen mit ihren Mitschülerinnen Maybrit Peitz und Leonie Weitkamp aus der Jahrgangsstufe EF im dritten Jahr in Folge erfolgreich am bundesweiten Chemiewettbewerb Dechemax teilgenommen. Im aktuellen Wettbewerb sollte der Frage nachgegangen werden, ob die Bioökonomie tatsächlich immer „dasselbe in Grün“ liefern könne. Klimawandel und Rohstoffknappheit machen das Nachdenken über Alternativen so wichtig, weiß Leonie Weitkamp. „Im letzten Jahr haben wir, in der zweiten Runde des Wettbewerbs, versucht, selbst Material für Autoreifen herzustellen, welche sowohl umweltfreundlich als auch für den Gebrauch im Straßenverkehr geeignet sein sollten“. An „grüne“ Autoreifen aus Löwenzahn-Kautschuk wurde dabei auch gedacht. In diesem Jahr sollte Recyclingpapier hergestellt werden. „Es war sehr interessant, zu erfahren, wie viele verschiedene Schritte es benötigt, Papier herzustellen. Obwohl kleinere Schwierigkeiten aufgetreten sind, haben wir es geschafft, unser eigenes recyceltes Papier herzustellen. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen! Trotz der außergewöhnlichen Lage infolge der Corona-Pandemie haben wir es zuletzt geschafft, unser Protokoll einzureichen.“ Die Jury des Dechemax-Wettbewerbes belohnte die Schülerinnen des Mariengymnasiums, die zu den fünfzehn besten Teams Deutschlands in ihrer Jahrgangsstufe zählen, mit Urkunden und Buchgeschenken. Die Schülerinnen ergänzen zuletzt, dass ihr Dank auch an ihre Chemielehrerin Dr. Sabine Schöneich und an ihren ehemaligen Referendar Lukas Trammer geht, welche sie in allen Wettbewerbsrunden stets unterstützt hätten.


PLASTIKABRIEB BEI AUTOREIFEN

Erfolgreiche Finalisten am MGW beim Chemiewettbewerb „Dechemax macht mobil“

Von Dr. Sabine Schöneich

Neun Schülerinnen und ein Schüler des Mariengymnasiums aus den Klassen 8A und 9A haben erfolgreich die letzte Runde des Chemiewettbewerbs DECHEMAX abgeschlossen! Das Team von Maybritt Peitz, Marie Peters und Leonie Weitkamp aus der 8A schaffte sogar den Sprung unter die besten 15 Teams in Deutschland und wurde neben einer Urkunde zusätzlich mit einem Buchpreis für jeden geehrt.

Die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen haben in dieser zweiten Wettbewerbs-Runde Experimente rund um das Thema „Mobilität“ eigenständig durchgeführt, protokolliert und ausgewertet, wobei die heimische Küche zum Labor wurde. Die Teams führten Experimente durch zum Thema „Mikroplastik Adieu?“ Dabei stellten sie eigenständig biologisch abbaubare Kunststoffe her, die sie dann auf ihre mögliche Verwendung als Autoreifen testeten. Ausgangspunkt war hierbei die Tatsache, dass der Reifenabrieb der Autos die bei Weitem häufigste Quelle von Mikroplastik darstellt. Der kaum sichtbare Abrieb enthält leider oft Weichmacher und andere gefährliche Stoffe. Diese können über die Umwelt in die Nahrung von Tier und Mensch gelangen. Langzeitfolgen sind kaum absehbar, da Gummi durch die Vulkanisation bei der Produktion der Reifen nicht mehr natürlich abbaubar ist. Eine großartige Idee zur Verringerung von Mikroplastik wären also biologisch abbaubare Kunststoffe, wenn sie nicht schon während des Fahrbetriebs abgebaut würden. „Uns haben die Experimente viel Spaß gemacht“, beschreibt Tabea Haack ihre Erfahrungen. „Wir fanden die Experimente sehr spannend, besonders, als wir die selbstgemachten Reifen ausprobieren konnten. Wir waren überrascht, was man aus Quark und Milch herstellen kann und dass aus solchen Zutaten etwas so Stabiles herauskommt. Und nächstes Jahr wollen wir wieder mitmachen.“

(mehr …)

KITTEL AN UND SCHUTZBRILLE AUF!

Zehntklässler des Mariengymnasiums fuhren zum Schüler-Experimentier-Praktikum der Universität Duisburg

Von Johanna Oortmann

Bei einem vernünftigen Experiment im Chemielabor muss immer etwas explodieren, um Jugendliche zu beeindrucken? Weit gefehlt! Am 17. Mai besuchten die Chemiekurse der zehnten Klasse des Mariengymnasiums Warendorf die Universität Duisburg/Essen. Im Rahmen des Schüler-Experimentier-Praktikums „SEPP“ hatten sie die Möglichkeit, in einem komplett ausgestatteten Hochschullabor selber verschiedene Experimente zur Herstellung und Spaltung von Estern durchzuführen und gleichzeitig mehr über die Arbeitsweise eines Chemikers zu lernen. Denn auch für Fragen an die betreuenden Fachkräfte und Studenten der Chemie blieb Zeit, neben der praktischen Übung im Labor und der Auswertung der Ergebnisse. Dabei gelang es auch – ganz ohne Knalleffekt – durch Erhitzen und vorsichtiges Vermischen verschiedener Chemikalien faszinierende Fakten über die Ester und deren Entstehung zu erlangen: Fakten und Ergebnisse, die tatsächlich nicht bei Google zu finden sind, wie einer der Leiter des Projekts bemerkte! Für alle Teilnehmer also eine einmalige Chance!

(mehr …)

Termine

Archiv