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MENSCHEN ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND WAHNSINN

Eine Krankenschwester ist erdrosselt worden. Die Polizei erscheint.

Der Literaturkurs der Q1 des Mariengymnasiums unter der Leitung von Alena Wöstmann führt Friedrich Dürrenmatts vortreffliche Komödie „Die Physiker“ auf.

Von Gerold Paul

Kernphysiker Johann Wilhelm Möbius ist in ein Irrenhaus gekommen, und obwohl er es nicht ist, kann er sich als solcher fühlen. Als Irrer unter Irren. Denn einen rechten Weg gibt es offenbar nicht in der von Irren bevölkerten Villa „Les Cerisiers“, die von der weltberühmten Psychiaterin Dr. Mathilde von Zahnd geleitet wird. Oder ist der Kernphysiker inzwischen doch verrückt geworden, da ihm der Geist König Salomos erscheint? Der hat ihm freundlicherweise die Weltformel verraten, ein schreckliches Geheimnis, wie Möbius verrät. Aber auch König Salomo beträgt sich sonderbar, hat seinen purpurnen Königsmantel abgelegt und hockt nackt und stinkend in einem der Zimmer von „Les Cerisiers“. Als eine Krankenschwester erdrosselt wird – der erste in einer Serie von überraschenden Mordanschlägen –, muss die Polizei einschreiten und die Zustände in der Heilanstalt unter die Lupe nehmen.

„Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt entpuppt sich als eine pointenreiche, äußerst effektvolle Komödie über Menschen zwischen Wissenschaft und Wahnsinn. Der Kurs der 11. Jahrgangsstufe (Q1) wird das Stück an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, am Dienstag, dem 7., und am Mittwoch, dem 8. Juni 2022, in Szene setzen, jeweils um 19.00 Uhr. Aufführungsort ist die Aula des Mariengymnasiums an der Von-Ketteler-Straße. Der Eintritt beträgt EUR 5,00, für Schüler EUR 4,00. Während der Pause wird es Speisen und Getränke geben.

SCHREIBTALENT ENTDECKT BEIM ECKENROTHER NACHWUCHSPREIS

Charlotte Sophia Klein ist Preisträgerin des diesjährigen Literaturpreises der Eckenroth Stiftung

Von Gerold Paul

Warendorf. Nicht immer ergibt sich die Gelegenheit zum literarischen Schreiben im Unterricht. Ein Buch über das Leben des Jungen Pierre-Anton, die 2010 erschienene Parabel „Nichts“ der dänischen Schriftstellerin Janne Teller, hat für die heute fünfzehnjährige Charlotte Sophia Klein im Religionsunterricht am Mariengymnasium den Auslöser bedeutet, sich mit ihren eigenen Gedanken über die Bedeutung des Lebens in selbst erfundenen Geschichten auseinanderzusetzen. Wie leicht ihr das gelingt, macht die sprechende Elster aus ihrer ersten Erzählung deutlich. Der Ich-Erzähler entdeckt in einem Baum hinter sich eine Elster: „Ich blickte den Vogel lange an. Seine klaren Augen spiegelten die Sonne wider und schienen mich genauso zu mustern. Ich lächelte – der Vogel lächelte zurück.“ Krächzend argumentierend macht der schwarz-weiße Vogel darauf dem Ich-Erzähler klar, dass nichts im Leben eine Bedeutung hat, worauf dieser sich zu einem folgenschweren Schritt entschließt.

Gerold Paul, Charlotte Sophias Lehrer am Mariengymnasium, gefiel ihre Erzählung dermaßen gut, dass er der literarisch interessierten Schülerin ein halbes Jahr später vorschlug, einen weiteren Text als Beitrag für den bundesweit ausgeschriebenen Nachwuchspreis der Eckenroth Stiftung in Rheinland-Pfalz einzureichen. Die Vierzehnjährige wählte das Thema „Freundschaft kennt keine Grenzen“. Die Geschichte, die dabei entstand, ist kompliziert, denn erzählt wird von Gewalt, Missbrauch und psychischer Erkrankung, Erfahrungen, die eine Freundschaft auseinanderbringen können. Einhellig überzeugt zeigte sich die Jury der Eckenroth Stiftung von diesem Beitrag und erklärte Charlotte Sophia neben fünf weiteren Schülerinnen und Schülern zur Preisträgerin des Wettbewerbs. Die Preisverleihung fand am 28. August statt.

Förderung des literarischen Nachwuchses seit 1998

Inzwischen hat Charlotte Sophia Klein auf Einladung der Stiftung an einem literarischen Schreibtraining im idyllisch gelegenen Stiftungshaus in Eckenroth teilgenommen, bei welchem sie einige Kniffe professioneller Autoren kennenlernen und sich mit Gleichgesinnten austauschen konnte. Das intensive Schreibtraining kann die Marienschülerin nur empfehlen: „Es war eine unglaublich tolle Erfahrung, und dieser kleine Ort hat schon fast etwas Magisches an sich! Bei dem Training habe ich dann mit einer anderen Gewinnerin das Schreiben geübt und einige Tipps und Tricks gelernt – wir haben die Gedanken fließen lassen.“ Das Mariengymnasium gratuliert Charlotte Sophia herzlich zu ihrem ersten literarischen Preis. Die Geschichten der Preisträger sind auf der Internetseite der Stiftung zu finden:

https://www.eckenroth.art

Geschichten der Preisträger

ICH LIEBE DAS GEWÄCHSHAUS


Der Literaturkurs des Mariengymnasiums unter der Leitung von Joachim Holling hat das Erfolgsstück „Concord Floral“ aufgeführt.

Von Gerold Paul

„Blöderweise liebe ich das Gewächshaus sehr. Denn was kümmert es das Gewächshaus, ob ich es liebe. Das Rauschen von der Autobahn dahinter, dieses scharfe Geräusch, das mich schweigen lässt, versetzt mich in schwärmerische Stimmung. Wäre mir das iPhone nur nicht in die Leiche gerutscht, ich säße immer noch dort, mit meinen Freunden, die ganze Nacht!“

Offenbar fühlen alle Jugendlichen so, die in dem geheimnisvollen Gewächshaus in der Nähe von McDonald’s chillen. Der Mysterythriller „Concord Floral“, auf der Rahmenhandlung des „Decameron“ von Giovanni Boccacio beruhend, zeigt, wie die Jugendlichen sich in dem Gewächshaus verrückte Geschichten erzählen. Über Concord Floral selbst existieren mysteriöse Geschichten, tragische Vorfälle werden bekannt. Und trotzdem oder besser genau aus diesem Grund wird der Ort zum Anziehungspunkt für die Jugendlichen, zum Ort für die ersten Küsse, zum Ort, an dem getrunken, geraucht, getanzt und gefeiert wird.

„Concord Floral“ bietet eine äußerst effektvolle Allegorie des Erwachsenwerdens. Der Kurs der 11. Jahrgangsstufe hat das Stück am Donnerstag, dem 13., und am Freitag, dem 14. Juni 2019, in Szene gesetzt. Aufführungsort war die Aula der Schule für Musik an der Hermannstraße.

19 BÜCHER FÜR 2019

Lektüretipps der Deutschlehrer des MGW

Bericht von Gerold Paul

19 Bücher für 2019 – die Schüler des Mariengymnasiums werden diesen originellen Titel sofort verstehen, wenn gleich anfangs eingeräumt wird, dass dieser Beitrag der Deutschlehrer mehr als einen Monat zu spät erscheint. Schon in den letzten Dezembertagen 2018 hätte er erscheinen sollen, spätestens im Januar. Das wäre ein glücklicherer Termin gewesen, wenn die Deutschlehrer des Mariengymnasiums Warendorf im Verein mit den Literaturbeilagen der großen Zeitungen – vielleicht passend zur Bescherung am Heiligen Abend – 19 Bücher für 2019 vorgeschlagen hätten. Ja, aber die großen Zeitungen mit ihren großen Redaktionen können viel mehr bewegen als Gymnasiallehrer. Die verwenden eben mehr Zeit auf schulische Dinge. Trotzdem ist es geschafft, und die Kolleginnen und Kollegen der Deutschfachschaft sind froh, eine Reihe von Büchern durch eine interne Umfrage zusammengestellt zu haben, die nun Monat für Monat in loser Folge präsentiert werden. Ein Teil dieser Bücher ist bereits in der schuleigenen Bibliothek des Mariengymnasiums vorhanden, ein Teil wird aus diesem Anlass noch angeschafft werden.

Für die Oberstufe:

Der erste Lektüretipp stammt von Frau Bosse. Sie empfiehlt für Schülerinnen und Schüler der zwölften Jahrgangsstufe den Roman „Im Frühjahr sterben“ von Ralf Rothmann. Das 2015 im Suhrkamp Verlag erschienene Buch handelt von den Kriegserfahrungen des erst siebzehnjährigen Deutschen Walter Urban, der im letzten Kriegsjahr, im Frühjahr 1945, in die Waffen-SS gezwungen wird. Vom Krieg könnte dieser Jugendliche später wohl erzählen, sogar so, dass es unter die Haut ginge, wenn er nur nicht als Erwachsener so still geworden wäre, dass kaum einer aus ihm etwas herausbekommt.

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LEHRERS LIEBLING

Lehrer des Mariengymnasiums überließen sich am Vorlesetag begeistert der Lektüre ihrer Kindheit: Florian Hesemann, Nina Schlösser, Dr. Marina Mertens, Markus Welp, Benedikta D’Alò (hintere Reihe v. links); Patrick Droste, Julia Bosse, Jana Oberrecht (vordere Reihe v. links).

Das Mariengymnasium nimmt am 15. bundesweiten Vorlesetag teil

Bericht von Gerold Paul

Geschichten stärken die Einbildungskraft, das Gedächtnis und machen meist gute Laune. Das galt an diesem Freitag umso mehr, weil die Geschichten vorgelesen wurden. In den fünften und sechsten Klassen des Mariengymnasiums setzten zehn Lehrerinnen und Lehrer am 15. bundesweiten Vorlesetag ein Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens, indem sie aus den Lieblingsbüchern ihrer Kindheit vorlasen. Und so saßen Gruppen von Fünftklässlern und Sechstklässlern, entweder nur konzentriert lauschend oder dabei mit dem Malen eines Bildes beschäftigt, vor ihren Lehrern, um den Geschichten des Zauberlehrlings Krabat oder den Abenteuern der berühmten Fünf Freunde zu folgen, um nur zwei schöne Beispiele zu nennen. Die Aktion trug den Titel „Lehrers Liebling – Lehrer lesen aus den Lieblingsbüchern ihrer Kindheit vor“. Auch zwei Englischlehrerinnen schlossen sich mit ihren Lieblingstexten an. Der alljährlich im November stattfindende Vorlesetag hat eine lange Geschichte. Seit fünfzehn Jahren laden die Wochenzeitschrift „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung dazu ein, sich an diesem Tag Zeit für das Vorlesen zu nehmen. „Schön war’s!“, fasste Deutschlehrer Markus Welp seine Erfahrungen des Tages zusammen. Er hatte aus den Abenteuern der Fünf Freunde vorgetragen. Das Mariengymnasium plant, sich auch im kommenden Jahr an dem Vorlesetag zu beteiligen.

REIFE INSELLEISTUNG

Literaturkurs der Q1 zeigt „Freitag, der 13.“

Bericht von Nicolas Ermisch

Am Ende sind sie gerettet! Die Besatzung, die Fluggäste, die Moderatorinnen und die Abenteurergruppe. Der Flugzeugabsturz ins kalte Wasser der Premiere endet auf der warmen Insel des Erfolgs, gegen die wohltuender Beifall und hochverdienter Jubel branden. Vollkommen zu Recht gratulieren die Mitglieder des Literaturkurses vom Mariengymnasium Warendorf am Abend des 21. Juni 2018 zuletzt sich selbst für ihre großartige Leistung, die sie am nächsten Tag wie selbstverständlich bestätigen… Nein, Entschuldigung!, das Letzte ist nicht ganz richtig: Sie bestätigen sie nicht nur, sie setzen der Leistung vom Vortag die Krone auf, indem sie vor deutlich über 150 Menschen das ganze Stück mit dem Titel „Freitag, der 13.“ in einer völlig anderen Besetzung darbieten.

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