JE MEHR ZEITREISEN, DESTO BESSER

Bodelschwinghschule und Mariengymnasium lesen am Vorlesetag gemeinsam vor.

Von Gerold Paul

Kindern nicht vorlesen sei ein Verbrechen. Mit diesen Worten äußerte sich Schauspielerin Anna Thalbach aus Anlass des Vorlesetags 2019. Es gilt heute noch. Richtiges Vorlesen ist nämlich eine Zeitreise, von der keiner ausgeschlossen werden darf. Und die auf diese Art Reisenden werden in ihrer Fantasie wieder jung und aufmerksam für viele Zeiten. So jung und aufmerksam wie die Kinder der Bodelschwingh-Grundschule, die ihren Eltern und einer Gruppe von Jugendlichen des Mariengymnasiums in diesem Jahr an den Lippen hängen. Manche haben Kissen mitgebracht, um es auf ihrer Reise bequem zu haben. Der stets am dritten Freitag im November stattfindende Vorlesetag hat Tradition: Zwanzig Jahre lang schon laden die Wochenzeitschrift „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung dazu ein, sich Zeit für das Vorlesen zu nehmen.

Welche fantastische Zeitreise Anne und Phillip zum Beispiel im Magischen Baumhaus erwartet, erfahren die Drittklässler von Carla Ernst und Livy Kaiser. Es geht zu den Dinosauriern, braun und gefleckt und riesengroß und definitiv in einer anderen Epoche lebend. Auch die anderen Drittklässler, denen die sechzehn Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Deutsch vorlesen, lernen fremde Welten kennen. „Die Kinder erleben in der Familie, dass der Alltag durchgetaktet ist, da bleibt kaum Zeit zum Lesen“, gibt Franziska Meyer-Frenz zu bedenken, Lehrerin an der Bodelschwinghschule und Kreisbeauftragte für die Leseförderung: „Wir haben an der Bodelschwinghschule daher Rituale wie das wöchentliche Tandem-Lesen eingeführt. Ziel ist, dass Texte nicht nur flüssiger gelesen, sondern auch besser verstanden werden.“ An der Bodelschwinghschule gibt es ein vielfältiges Angebot zur Ausleihe.

Ein einheitlicher Leseausweis für alle Büchereien im Kreis

„Auch die Schülerinnen und Schüler der Warendorfer Gymnasien wissen, dass sie in der Stadtbücherei, in allen Katholischen Öffentlichen Büchereien und in ihren Schulen mit einem einheitlichen Leseausweis Bücher ausleihen können“, ergänzt Gerold Paul, Lehrer am Mariengymnasium: „Ein Traum wäre es, könnten wir an allen Schulen regelmäßig jeden Monat einen neuen Titel empfehlen, um über die Lektüre ins Gespräch zu kommen. Je mehr Lektüre, desto mehr Interesse und Verständnis für die unterschiedlichsten Vorstellungswelten!“

Die Bibliothek der Bodelschwinghschule hält viele Bücher parat. Vor den Regalen stehen überdimensional große, hellblaue Lesesofas. Anatol Yakovlev und Jan Gossen haben ein Buch aufgeschlagen, um eine neue Zeitreise zu beginnen.

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