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WISSENSCHAFT MACHT SCHULE

Wissenschaft macht Schule – die Uni Münster am MGW

Die Wanderausstellung „(Mikro-)Plastik in der Umwelt“ am Mariengymnasium

Von Dr. Sabine Schöneich

Mitten in der Eingangshalle des Mariengymnasiums liegt auf dem Boden ein besonderes, sehr feines Planktonnetz. Die Landschaftsökologin Frau Dr. Friederike Gabel erläutert den Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Erdkunde aus der Q2 inmitten der Wanderausstellung ihr interdisziplinäres Forschungsvorhaben „MikroPlaTaS“ der Uni Münster (unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF). Für die Schüler bedeutet dies Wissenschaft hautnah, aus erster Hand und regional, denn es geht auch um die Ems und darum, wie man dort den Eintrag von Plastik und Mikroplastik untersuchen und die Risiken abschätzen kann. Im Biologiefachraum wird zeitgleich dem Biologie-Leistungskurs der Q2 in einem Vortrag durch die Biologin Diana Michler das Projekt nähergebracht. Wie wirkt sich Mikroplastik in der Nahrungskette aus? Hieran wird noch intensiv geforscht, an Nematoden, kleinen Würmern, deren Fortpflanzung durch Mikroplastik eingeschränkt wird, und auch an sogenannten Biofilmen auf den kleinen Plastikteilchen. Plastik ist mittlerweile in vielen Gewässern der Welt, den Meeren, Flüssen und Seen allgegenwärtig, und dies ist für die Schülerinnen und Schüler beeindruckend. Zum Teil sind sie erschüttert über die Mengen an Mikroplastik, die täglich in die Umwelt gelangen, und staunen darüber, dass der Abrieb von Autoreifen die Haupteintragsquelle für das „primäre“ Mikroplastik bildet. Dies ist auch das erste Anliegen der beiden Wissenschaftlerinnen – sie möchten für dieses Umweltproblem sensibilisieren, da es dank der enormen Stabilität von Plastikmüll noch viele Generationen belasten wird.

Was ist wissenschaftliches Arbeiten?

Ihr zweites Anliegen richtet sich speziell an die Biologie-, Erdkunde- und Chemiekurse der Oberstufe. Ihnen möchten sie am Beispiel ihres Forschungsvorhabens MikroPlaTaS (Mikroplastik in Talsperren und Staubereichen) die wissenschaftliche Vorgehensweise näherbringen. Es geht um die Fragen, wie Daten gesammelt, aufbereitet, ausgewertet und bewertet werden. An der Universität wird in Teams und interdisziplinär geforscht, soll heißen: Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen arbeiten zusammen – hier insbesondere Landschaftsökologen, Biologen und Chemiker. Und dies ist nicht nur für die kurz vor dem Abitur stehenden Schüler mit ihren sich langsam herauskristallisierenden Berufs- und Studienwünschen spannend. In Zeiten der Corona-Pandemie ist der Besuch einer Hochschule zur Berufsorientierung nur virtuell möglich. Umso wichtiger ist es, dass die Hochschule in die Schule kommt – am MGW wurden solche Schnupperstunden für drei Wochen möglich.

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