Home » Beitrag verschlagwortet mit 'Auschwitz'

Schlagwort-Archive: Auschwitz

ERINNERN GEGEN DAS VERGESSEN

Erinnern gegen das Vergessen – Schüler:innen des Mariengymnasiums nehmen an Projekttag teil

Von Sandra Benteler und Dr. Stephanie Taube

Am Freitag, dem 10.6.2022, fand im Mariengymnasium ein Projekttag in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) und dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen unter der Leitung von Magdalena Oxfort aus Warendorf statt. An dem Projekttag nahmen 19 Schüler:innen teil, die im August im Rahmen einer Studienfahrt des Projektkurses „Erinnern gegen das Vergessen – Nie wieder Auschwitz“ zu Beginn der Jahrgangsstufe Q1 nach Polen fahren. Auf dieser Projektfahrt besuchen sie zunächst 3 Tage Oswiecim, um sich dort intensiv mit den Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau auseinanderzusetzen. Im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager wurden durch die Nationalsozialisten über 1,1 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma, Polen und Menschen, die außerhalb der sogenannten „Volksgemeinschaft“ standen, ermordet.

Blitzkurs in polnischer Sprache

Zur Vorbereitung dieser Fahrt kam Frau Gargas Altrock vom IBB ins Mariengymnasium und vermittelte den Schüler:innen die Geschichte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg. Die Schüler:innen konnten im Vorfeld der Fahrt aber auch ihre Erwartungen und Befürchtungen äußern und erhielten zudem einen „Blitzkurs“ in polnischer Sprache. Abgerundet wurde der Vormittag durch eine Landeskunde zu Polen und weitere Reiseinformationen.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen von Krakau, wo die Schüler:innen zwei weitere Tage verbringen werden. Der Kunsthistoriker Georgios Paroglou hat auf Einladung des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen diese lebendige und faszinierende Stadt mit eindrucksvollen Bildern zur Stadtgeschichte vorgestellt, wobei von denen die Tuchhallen, das Collegium Maius der Universität, die Marienkirche und das Wawelschloss nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten sind. Weiterhin vermittelte er anschaulich Spuren des jüdischen Lebens, der jüdischen Kultur sowie der jüdisch-deutschen Geschichte, die er selbst vor Ort in Krakau während der kunsthistorischen Begleitung der vergangenen Studienreisen entdecken konnte.

Oskar Schindlers Fabrik in Krakau

Die Schüler:innen konnten Georgios Paroglou auf einem Rundgang durch das jüdische Viertel Kazimierz im Stadtviertel Podgórze mit seinen drei bedeutenden Synagogen begleiten. Er ging dabei ebenfalls auf die Geschichte des ehemaligen Ghettos in Krakau ein. Auf dem zentralen Platz des ehemaligen Ghettos wurden zur Zeit der Nationalsozialisten die Selektionen und die Deportationen in die Konzentrations- und Arbeitslager durchgeführt. Daran erinnern heute die insgesamt 70 überdimensionierten Stühle, die 2005 auf dem Platz der Ghettohelden inmitten des ehemaligen jüdischen Ghettos als Mahnmal aufgestellt wurden. Abschließend berichtete Georgios Paroglou über Oskar Schindler, der insbesondere durch Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ bekannt geworden ist. Oskar Schindler erwarb die Emaillefabrik in Krakau und bewahrte gemeinsam mit seiner Frau etwa 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern. Heute befindet sich im noch bestehenden Verwaltungsgebäude dieser ehemaligen Fabrik eine Abteilung des Historischen Museums der Stadt Krakau.

Auf der Grundlage dieser inhaltlichen Vorbereitung durch das IBB und das Kulturreferat in Warendorf ist der Projektkurs des Mariengymnasiums gut vorbereitet für eine intensive Projektwoche im August.

ERINNERN GEGEN DAS VERGESSEN

Projektfahrt nach Auschwitz und Auschwitz-Birkenau

Von Sebastian Lange und Paul Lietmann

Vom 02.09. bis zum 06.09.2019 besuchten 14 Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums Warendorf im Rahmen eines freiwilligen Projektkurses die Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau, um sich intensiver mit der deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Den Projektkurslern stand eine sehr intensive und ereignisreiche Woche bevor. Der Montag war zunächst für die Anreise und einen Spaziergang durch die Stadt Oświęcim, auf Deutsch: Auschwitz, geplant, um die jüdische Kultur besser kennen zu lernen. Am Dienstag, den 03.09.2019, besuchte der Kurs dann das ehemalige Stammlager Auschwitz. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler sich individuell mit den Länderausstellungen auseinandersetzen. Zudem gab es auch eine fast vierstündige Führung über das Gelände. Jeden Abend fand ein Tagesrückblick statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Betreuungslehrerinnen unserer Schule, Frau Dr. Taube und Frau Benteler, über persönliche Wahrnehmungen, Tagesabläufe etc. reden konnten. Am Mittwoch besuchte der Kurs das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wieder in Form einer vierstündigen Führung. An diesem Ort wurden über 1,1 Millionen unschuldige Menschen umgebracht. Am Nachmittag haben sich die Schülerinnen und Schüler dann in einem Archiv intensiv mit den persönlichen Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus sowie mit Profilen der Täter beschäftigt. Am Donnerstagmorgen ging es früh mit einem Bus Richtung Krakau. Dort fand ein geführter Spaziergang durch das jüdische Viertel statt, einschließlich der Besichtigung einer Synagoge, um, wie schon in Oświęcim, die Kultur und Religion zu erkunden. Nachmittags bekamen die Schülerinnen und Schüler die äußerst seltene Gelegenheit zu einem Gespräch mit einer Zeitzeugin. Sie war diejenige, die am längsten als Kind in Auschwitz-Birkenau überlebte: Das waren fast zwei Jahre. Es war ein beeindruckendes Gespräch und zudem eine für die Schülerinnen und Schüler neue Perspektive, mehr über die Vergangenheit zu erfahren.

(mehr …)

NIE WIEDER AUSCHWITZ

Bericht über die Reise des Projektkurses nach Krakau/Gedenkstätte Auschwitz vom 4.9. – 8.9.2018

Im September hat der Projektkurs „Nie wieder Auschwitz – Erinnern gegen das Vergessen“ der Q1 des MGW eine Reise nach Krakau mit dem Besuch der Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau unternommen.

Bericht von Jossi Pelke, Dominik Blagojevic und Stine Schöning

Den ersten Abend, nachdem wir am Hostel eingecheckt hatten, verbrachten wir alle gemeinsam und gingen Essen. Dabei durften wir traditionelle jüdische Spezialitäten in einem Restaurant kennen lernen.
Am nächsten Tag ging es schon früh los. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Gedenkstätte Auschwitz. In Anbetracht dieses Besuches stellten sich viele von uns Fragen. Wie soll man reagieren, was soll man denken oder sagen und wie werden wir reagieren. Somit gingen alle mit gemischten Gefühlen zum Eingang. Nachdem wir den Sicherheitscheck durchlaufen hatten, ging die insgesamt sechsstündige Führung los. Das erste, was uns erwartete, war der große Schriftzug „Arbeit macht frei“. So wurde aus den Schwarz-Weiß-Bildern des Geschichtsbuches Realität. Alle lauschten aufmerksam der Dame, die die Führung machte. Ein mulmiges Gefühl machte sich bei uns breit, als wir das Eingangstor durchquerten. Der erste Eindruck war eine gepflegte Anlage und Sonnenstrahlen, die zwischen den Blocks hervorkamen. Das genaue Gegenteil zu der Geschichte und zu dem, was wir zuerst erwartet hatten. Jedoch verschwand das Gefühl mit dem Betreten der Blocks, in denen verschiedene Ausstellungen gezeigt wurden. Mit zunehmender Zeit in dem Stammlager wurde einem bewusst, welches Ausmaß diese Geschichte hatte. Schlagartig kam die Bedrücktheit, die man vorher erwartet hatte, als wir einen Raum betraten, in dem die Haare der Menschen lagen, die im KZ gelebt hatten und zu Tode gekommen waren und die zu einem hohen Berg aufgetürmt wurden. Unvorstellbar für manche, dass diese Haare Menschen gehört haben, die sinnlos, brutal und einfach nur erschreckend zu Tode gekommen sind. Nach und nach durchliefen wir weitere Räume, in denen Prothesen, Töpfe, Bilder von Angehörigen und andere Wertgegenstände der Gefangenen auf einem großen Berg lagen.

(mehr …)

Termine

Archiv