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LEBENDIGES ERINNERN

Vladslo (Belgien) Deutscher Soldatenfriedhof,
Plastik Käthe Kollwitz, © Dieter Blase

100 Jahre Vertrag von Versailles – Geschichtsleistungskurs des Mariengymnasiums setzt sich mit der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg und dessen Ende auseinander

Von Florian Hesemann und Stephanie Taube

Warendorf. Am Freitag, dem 5. Juli 2019, fand am MGW eine Erinnerungsveranstaltung der besonderen Art statt. Die Ausstellung „Das europäische Gedenken“ des Fotografen Dieter Blase bot 19 Schülerinnen und Schülern die Chance, über Fotografien von Friedhöfen und Denkmälern des Ersten Weltkrieges dem Erinnern an diesen Krieg näher zu kommen. Der Künstler gab im Gespräch und in Diskussionen den Teilnehmern wertvolle Hintergrundinformationen zu den historischen Orten und seine Intentionen bei der Motivfindung und Bildgestaltung. Dabei arbeiteten die Schülerinnen und Schüler im Wesentlichen zwei verschiedene Arten des Erinnerns heraus – eine sich am Leidende der Soldaten orientierende und eine den Soldaten heroisierende. Während z. B. Käthe Kollwitz in ihrer Skulptur „Trauerndes Elternpaar“ dem Leiden Ausdruck verlieh, heroisierten die meisten Denkmäler den Soldaten des Ersten Weltkriegs als Helden. So konnten die Jugendlichen in einem ersten Schritt nachvollziehen, dass sich mit den Intentionen des Senders und dem avisierten Empfänger auch die Erinnerungskultur verändert. In einem zweiten Schritt entwickelten die Mädchen und Jungen eigene Ideen, wie heute Gedenken an den Ersten Weltkrieg aussehen könnte. Dabei war es ihnen besonders wichtig, das Gedenken so zu gestalten, dass nicht das Leid einer Nation, sondern das Leiden aller Soldaten unabhängig von ihrer Nationalität sichtbar wird.

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WIR MÜSSEN LAUT SEIN

Foto: Baumjohann / Die Glocke

Antonia Köpke beim Denkt@g 2018/2019 ausgezeichnet

Bericht von Oliver Baumjohann: Die Glocke vom 8. Februar 2019

Warendorf (bjo). „Mit einer Teilnehmerurkunde wäre ich zufrieden gewesen“, bekennt Antonia Köpke. Die 18-jährige angehende Abiturientin am Mariengymnasium hat im Projektkursus „Nie wieder Auschwitz. Erinnern gegen das Vergessen“ eine Facharbeit geschrieben, die auch von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet worden ist.

„Erinnerungskultur in Deutschland. Wer erinnert sich wie und warum?“ ist der Titel der Arbeit, in der die Schülerin auf mehr als 20 Seiten darlegt, dass „Erinnerungskultur ohne das Engagement der Bürger Gefahr läuft, zu einem bedeutungsleeren Ritus zu werden, dessen Sinn sich niemand bewusst ist“. Dass Antonia Köpke für ihre Arbeit nicht nur eine Note bekommen hat, die in die Abiturzensur einfließt, hat sie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zu verdanken. Als die Warendorferin vom jährlich stattfindenden Jugendwettbewerb „Denkt@g“ gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus erfuhr, reichte sie ihre Arbeit kurzentschlossen ein – ohne große Erwartungen, wie die angehende Abiturientin bekennt. Umso größer war die Überraschung, zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen worden zu sein. Platz fünf erreichte die Warendorferin; die Jury würdigte unter anderem die wissenschaftliche Herangehensweise.

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DAS DARF NICHT IN VERGESSENHEIT GERATEN

Ausstellung im Mariengymnasium über die Projektfahrt nach Auschwitz

Bericht von Mira Eggersmann und Gerold Paul

In der Reihe von Katastrophen, die die deutsche Geschichte bereithält, ist die Katastrophe von Auschwitz beispiellos, handelt es sich bei ihr doch, wie Hannah Arendt es anlässlich des Prozesses gegen Adolf Eichmann ausdrückte, um einen „Verwaltungsmassenmord“ an den Juden. „Das darf nicht in Vergessenheit geraten!“, betonte Lea Kurzhals, Schülerin der Q1 des Mariengymnasiums. Sie gehört zu der Projektgruppe ihrer Jahrgangsstufe, die sich im September im Rahmen einer Studienreise nach Krakau – die vom Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen bezuschusst und von dessen Kulturreferentin Magdalena Oxfort (M. A.) organisiert und begleitet wurde – über die unvorstellbaren Verhältnisse in dem Lager Auschwitz-Birkenau informiert hat. Lebende Zeugen aus der Zeit des Lagers sind kaum noch zu finden. Daher ist es notwendig, dass spätere Generationen sich selber ein Bild von den Geschehnissen machen. Für eine Ausstellung, die der gesamten neunten Jahrgangsstufe des Mariengymnasiums am vergangenen Freitag, dem 9. November, präsentiert wurde, haben die Projektschüler ihre Eindrücke von dem Besuch in Auschwitz-Birkenau in Filmen und Plakaten zusammengefasst. Der Tag der Ausstellung sei bewusst gewählt, bemerkte Kursleiterin Sandra Benteler. 9. November 1918, 1923, 1938, 1989: Mit diesem Tag sind viele Ereignisse der jüngeren und älteren Geschichte Deutschlands verbunden. Der 9. November gilt als „Schicksalstag“ der Deutschen.

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