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STOLZ ÜBER EIN BESONDERES ABSCHLUSSJAHR

Mariengymnasium überreicht die Abschlusszeugnisse an den Abiturjahrgang 2021

Von Gerold Paul

Leichte Unterschiede zum Vorjahr zeichneten sich bereits auf dem Schulhof ab. Während der Hof bei der Abiturfeier des vergangenen Jahres nur als Parkplatz diente, hatten tatkräftige Schülerinnen der Q1 in diesem Jahr mit Tischen und Pavillons dafür gesorgt, dass er für einen Sektempfang im Freien bereitstand. Die neue Coronaschutzverordnung erlaubte wegen der geringen Inzidenzen den gemeinsamen Aufenthalt für alle Gäste im Freien.

Die Zeugnisse selbst wurden in der Sporthalle des Mariengymnasiums überreicht. Schulleiterin Uta Schmitz-Molkewehrum begrüßte 90 Schülerinnen und Schüler, von denen Abschied genommen wurde. Uta Schmitz-Molkewehrum hob die besonderen Leistungen im vergangenen Jahr hervor, die die Schulgemeinde insgesamt an den Tag gelegt habe, trotz mancher technischen Abstürze im Homeschooling, womit sie auf das Motto der diesjährigen Abiturientia anspielte: „Marysoft Teams. Wir hatten die meisten Abstürze“. 87 Abiturzeugnisse und drei Zeugnisse der Fachhochschulreife aber könnten nach diesem Abschlussjahr trotz der anfänglichen berechtigten Sorgen auf Seiten der Eltern und Schüler überreicht werden – „39 davon mit einer Eins vor dem Komma.“ Doris Kaiser, als Stellvertreterin des Bürgermeisters, bekundete ihre Anerkennung für die Reife, die die Schülerinnen und Schüler darin bewiesen hätten, dass sie die schulischen Herausforderungen unter den erschwerten Bedingungen gemeistert hätten.

In gleicher Weise anerkennende Worte fanden die übrigen Redner der Feier, Dr. Stephan Klumpe als Vertreter der Eltern, Michael Amsbeck vom Förderverein der Schule. Auf Seiten der Schülerschaft schlossen sich Max Bach, Paul Lietmann, Keanu Nagel und Patricia Aßmann mit Grußworten an, denen der Stolz und die Freude über das Erreichte anzumerken waren. Freude und Stolz vermehrten sich beim anschließenden Sektempfang auf dem Schulhof und abends in einer Feier zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern der Leistungskurse: „Wir haben das Ding einfach durchgezogen!“

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„Wir haben es geschafft. Wir haben diese Krise bewältigt“, treffender hätten Patricia Aßmann und Keanu Nagel die Gefühle ihrer Mitschüler am Samstag nicht zusammenfassen können. In einer Feierstunde entließ das Mariengymnasium die erste Abiturientia, die ein vollständiges Jahr unter Corona-Bedingungen zu bewältigen hatte. Stellvertretend für den Umstieg auf Homeschooling und Distanzunterricht steht das Abi-Motto „Marysoft Teams – wir hatten die meisten Abstürze“.

„Aus den beliebten Kurzferien im März 2020 wurde eine Herausforderung, für die wir anfangs nicht gewappnet waren“, gab Patricia Aßmann zu. Gemeinsam habe man diese Herausforderung aber angenommen, ein Schuljahr erlebt, das einer Achterbahnfahrt geglichen habe und voller Unsicherheit mit Blick auf die Art und Weise der Abiturprüfungen gewesen sei – und letztendlich sein Ziel erreicht. Keanu Nagel ließ es sich nicht nehmen, an Anekdoten aus der Schulzeit zu erinnern und dem Lehrerkollegium wie den Eltern zu danken: „Danke, dass ihr immer hinter uns standet.“

Eine bemerkenswerte Rede hielt Schülersprecher und Abiturient Paul Lietmann: „Unser Leben funktioniert nur mit Kompromissen.“ Erst kritisierte er, dass Gruppen und Einzelpersonen zunehmend die richtige Meinung für sich beanspruchen würden und gerade in den sozialen Medien ein wertschätzender Umgang miteinander verloren gehe. Dann wehrte er sich gegen öffentliche Kritik, dass die Abiturienten ein verlorenes Jahr erlebt hätten – das genaue Gegenteil sei der Fall. „Wir haben gelernt, das stinknormale Leben zu schätzen“, sagte Paul Lietmann. Dazu gehöre unter anderem auch, dass man die Bedeutung von Freundschaften und persönlichen Begegnungen mehr denn je erkannt und Verantwortung für die eigene Zukunft übernommen habe.

„Es kommt im Leben nicht darauf an, was einem passiert, sondern wie man damit umgeht“, betonte Schulleiterin Uta Schmitz-Molkewehrum. Die Abiturientia 2021 habe sich trotz des Entfalls des Präsenzunterrichtes, Studien- und Exkursionsfahrten oder der Mottowoche nicht von ihrem Weg abbringen lassen und diese besondere Zeit großartig gemeistert. Verlässlichkeit gebe es zurzeit immer noch nicht. Sie sei jedoch davon überzeugt, dass den jungen Menschen mit dem höchsten Schulabschluss der Bundesrepublik Deutschland alle Türen offen stehen würden.

Großen Respekt zollte auch Dr. Stephan Klumpe: „Schneller als gedacht sind Sie in den Status eines Studierenden gewechselt, der sich vieles selbst erarbeiten muss.“ Scharfe Kritik übte der Arzt und Elternsprecher an „einer nach wie vor ideen- und konzeptlosen Corona-Politik“. Das Lehrerkollegium habe nach Lösungen gesucht und gefunden: „Das vieles nicht wie gewünscht funktioniert hat, ist nicht Ihr Verschulden.“ Die Abiturienten rief Klumpe dazu auf, die Zukunft menschlich, gemeinschaftlich und weltoffen zu gestalten, sich eigene Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser war überzeugt, dass die jungen Menschen zu Persönlichkeiten herangereift sind und stolz auf ihre Leistung sein dürfen. Worten, denen sich Michael Amsbeck als Vorsitzender des Fördervereins des Mariengymnasiums anschloss: „Unter diesen Bedingungen habt ihr das Ding einfach durchgezogen.“ Max Bach von der Schülervertretung hob die Bedeutung der während der Schulzeit geknüpften Kontakte hervor und wünschte allen, endlich mal wieder richtig feiern gehen zu dürfen.

Insgesamt erhielten am Samstag 87 junge Menschen ihr Abiturzeugnis, drei weitere die Fachhochschulreife. 39 Abiturienten haben eine eins vor dem Komma und die Durchschnittsnote beläuft sich auf 2,24. „Das nenne ich einen Höhenflug und keinen Absturz“, lobte Uta Schmitz-Molkewehrum. Herausragend waren die Leistungen von Johanna Oortmann und Lara Kühl, die ihr Abitur jeweils mit der Traumnote 1,0 erreichten. Gefeiert wurde natürlich auch. Erst stießen die allesamt negativ getesteten Abiturienten mit ihren Eltern an, ehe man abends mit den Lehrern der Leistungskurse in einem Warendorfer Biergarten zusammenkam.

Marysoft Teams – wir hatten die meisten Abstürze

„Marysoft Teams – wir hatten die meisten Abstürze“ – unter dieses Motto hatte die Abiturientia des Mariengymnasiums ihre Entlassfeier gestellt. Diese fand am Samstag in der Sporthalle der Schule statt und zwar ohne Zwischenfälle und Abstürze jedweder Art.

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Schulleiterin Uta Schmitz- Molkewehrum lobte in ihrer Ansprache das Engagement, die Selbstdisziplin und den Kampfgeist, mit denen sich die Schülerschaft den Herausforderungen, die Corona und der Lockdown mit sich brachten, gestellt hätten. „Ihr habt viele Abstürze erleben müssen“, konstatierte die Schulleiterin. Als Beispiele nannte sie hier den Absturz in die Unsicherheit durch das Wegbrechen fester Tagesstrukturen als auch die Abstürze, mit denen sich die Abiturientinnen und Abiturienten, aber auch die Lehrerschaft aufgrund der fehlenden digitalen Infrastruktur auseinandersetzen mussten. Erschwerend für die Schüler sei auch das „social distancing“ gewesen, das nach Worten Schmitz-Molkewehrums einem Absturz in die „social isolation“ gleichkam. Gemäß den Worten des antiken Philosophen Epiktets „Es kommt nicht darauf an, was im Leben passiert, sondern wie man damit umgeht“, hätten die Schüler die schwierige Situation sehr gut gemeistert. Als Beweis dafür führte Schmitz-Molkewehrum die Leistungsbilanz des Abiturjahrgangs ins Feld: Von 90 Schülerinnen und Schülern verlassen drei das Mariengymnasium mit der Fachhochschulreife. 87 Abiturienten indes erlangten mit dem Abitur die Hochschulreife, die zum Studium an Universitäten, Fachhochschulen und Hochschulen berechtigt. „Allein 39 davon gelang eine 1 vor dem Komma, der Jahrgangsdurchschnitt liegt bei 2,24“, berichtete die Schulleiterin nicht ohne Stolz. Zwei Schülerinnen, Johanna Oortmann und Lara Kühl, erreichten gar die Traumnote 1,0. Für besonders gute Leistungen wurden zudem Isabel Wizke, Sebastian Lange, Franziska Betting, Keanu Nagel, Henning Walbelder, Johanna Eidam, Hanna Gabriele Vennewald und Sophia Hermsen ausgezeichnet.

Ihren Respekt für die Leistung der Abiturientia brachte im Anschluss auch Doris Kaiser, die stellvertretende Bürgermeisterin Warendorfs, zum Ausdruck. „Die Pandemie war eine große Herausforderung für Sie alle. Ihr Zeugnis beweist, dass sie zu Persönlichkeiten gereift sind, die Selbstverantwortung übernommen haben.“ Der Fördervereinsvorsitzende Michael Amsbeck nahm die Worte Kaisers auf. „Ihr habt nicht nur für die Schule, sondern für das Leben gelernt, eine nie dagewesene Belastung geschultert. „Dafür könnt ihr stolz auf euch sein.“ Gratulationen der Elternschaft überbrachte auch Elternvertreter Stefan Klumpe. Der Verzicht, den die Schülerinnen und Schüler coronabedingt in so vielerlei Hinsicht erdulden mussten, zeichnete er sehr berührend nach. „Ihr seid reifer geworden, musstet viel schneller erwachsen werden“, stellte er fest. Er dankte Eltern und Lehrer für die Unterstützung, für ihr Verständnis und die nötige Aufbauarbeit. Gleichwohl übte er Kritik an einer Bildungspolitik, die „die Bildung von Kindern völlig aus den Augen gelassen hat“. Mit einem Auszug des Gedichts „The hill we climb“ von Amanda Gormann warb er abschließend für eine Gemeinschaft, die sich allen Kulturen, Farben und Lebensverhältnissen verpflichtet fühlt und die die Kluft zwischen den Menschen zu schließen versucht.

Bevor am Ende die Abiturzeugnisse und manches Präsent vergeben wurden, ließen Max Bach, Patricia Aßmann und Keanu Nagel die Schulzeit noch einmal Revue passieren. Schülersprecher Paul Lietmann gab an, dass das Corona-Jahr kein verlorenes für ihn gewesen sei. „Wir haben viele andere Dinge gelernt, wie zum Beispiel, das stinknormale Leben zu schätzen. Wir haben gelernt, wie wichtig Freunde und Bekannte sind und wir haben bewiesen, dass wir flexibel sein können und das machen, was gemacht werden muss. Und darauf können wir extrem stolz sein“, so Lietmann. Und dem gab es nichts hinzuzufügen.

 

 

 

 

 

 

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