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STIMME DER 68ER-BEWEGUNG

Rudi Dutschke am MGW

Ulrich Chaussy spricht mit Q1-Schülern über die Ikone der deutschen 68er-Bewegung

Bericht von David Feldkämper

Als das berühmte Attentat auf Rudi Dutschke verübt wurde, war Autor Ulrich Chaussy erst 15 Jahre alt – nur wenig jünger als die Marienschüler, mit denen er am Tag vor den Herbstferien über die politische Ausnahmepersönlichkeit spricht. Im Rahmen des Kooperationsprojektes zwischen der Volkshochschule Warendorf und dem Mariengymnasium stellt Ulrich Chaussy den angehenden Abiturienten sein neuestes Werk „Rudi Dutschke: Die Biografie“ und die Bedeutung der Revolutionsikone für die deutsche Geschichte vor. Dabei lässt er Rudi Dutschke in aufgezeichneten Interviews immer wieder selbst zu Wort kommen.

Besonders interessant für die anwesenden Oberstufenschüler: Der politische Werdegang Rudi Dutschkes zeichnet sich bereits während der Schulzeit in der damaligen DDR ab. Für seinen Abituraufsatz sei dem jungen Rudi für die Auseinandersetzung mit einem Artikel des Grundgesetzes vom korrigierenden Lehrer besondere „politische Reife“ bescheinigt worden. Da Dutschkes Ansichten allerdings stets im Diskurs mit der DDR-Ideologie standen, sei sein Zeugnis um eine gesamte Note herabgestuft worden.

Chaussy befasst sich seit vielen Jahren mit dem Leben und Wirken des Wortführers der Studentenbewegung. Nach dem ersten Werk 1983 und dessen Neuauflage 1999 widmet sich der Journalist und Publizist nun mit neuem Titel und neuen Forschungserkenntnissen der Symbolfigur der deutschen Studentenbewegung.

Persönlichen Kontakt hatte Ulrich Chaussy zu Dutschke noch kurz vor dessen Tod im Jahr 1979. Damals verhalf der einstige Revolutionär der noch neuen Partei „Die Grünen“ ins Bremer Stadtparlament. Als Redakteur des Bayrischen Rundfunks führte Ulrich Chaussy ein Interview. Von seinem Attentat habe sich der vital wirkende Dutschke augenscheinlich gut erholt, so Chaussy, nichts habe das tragische Ende desselben Jahres erahnen lassen.

Rudi Dutschke verstarb Ende 1979 an den Spätfolgen des Attentats, seine Ideale und sein politisches Handeln in der außerparlamentarischen Opposition haben ihn jedoch für viele Deutsche unvergessen zur Ikone der 68er-Bewegung gemacht.

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