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ROBERT BILOTTS LANGER PROZESS GEGEN DEN CHEMIEKONZERN DUPONT

Oberstufenkurse des MGW sehen im Scala Filmtheater, was die so genannten „ewigen Chemikalien“ bewirken

Von Dr. Sabine Schöneich/Gerold Paul

Mit Unterstützung des Fördervereins ihrer Schule konnten die Chemie- und Biologie-Leistungskurse des Mariengymnasiums das Scala Filmtheater Warendorf zu einer gemeinsamen Vormittagsvorstellung besuchen. Der spannende Justiz-Thriller „Vergiftete Wahrheit“ aus dem Jahr 2019 führte ihnen die packende, auf Fakten beruhende Geschichte des US-amerikanischen Anwalts Robert Bilott vor. Der Umweltanwalt trug eine 19 Jahre andauernde juristische Auseinandersetzung mit dem Chemieriesen DuPont aus und erhielt schließlich 2017, nach der Niederlage des Unternehmens, den Right Livelihood Award. Dieser Preis ist in Europa unter dem Namen „Alternativer Nobelpreis“ bekannt. DuPont hatte die bei der Herstellung von herkömmlichen Pfannenbeschichtungen verwendete Perfluoroctansäure in den Ohio River geleitet und giftige Schlämme in einer undichten Deponie entsorgt.

„Bei einer Schulkinovorstellung sind häufig Langweiler zu erwarten, aber dieser Spielfilm war richtig spannend, mit tollen Schauspielern. Und von diesen extrem giftigen, ewigen Chemikalien, die mittlerweile in 98% der Lebewesen zwischen Arktis und Antarktis vorhanden sein sollen – also auch im Blut aller Menschen – hatte ich vorher noch nie etwas gehört“, fasste Schüler Henning Schier seinen Eindruck zusammen. „Die Chemie dieser chemischen Stoffe wurde genau in der richtigen Dosis erklärt“, ergänzte Lukas Bergen. „Die sind nämlich rein menschengemacht und werden in der Natur nicht abgebaut und sammeln sich deshalb vor allem in den Organen an.“

Besonders bewundert wurde das Durchhaltevermögen Robert Bilotts, der es schaffte, das Anliegen seiner Mandanten fast zwei Jahrzehnte lang gegen DuPont vorzubringen, trotz gesundheitlicher Rückschläge und einer zermürbenden Ehekrise.

PFAS, die ewigen Begleiter

Der Stoff des Films „Vergiftete Wahrheit“ betrifft nicht nur die USA. Auch im europäischen Raum werden viele Produkte verkauft, die mit PFAS belastet sind. „Diese Gifte finden sich in vielen Artikeln: Pizzakartons, Einmal-Kaffeebechern, Funktionskleidung, Teppichen, Feuerlöschschäumen, praktisch überall um uns herum“. Schülerin Jessica Friesen gingen bei der Filmvorstellung vor allem die Bilder verendeter Kühe und neugeborener Kinder mit Gesichtsverstümmelungen unter die Haut. Die lange Liste der Krebserkrankungen, die auf PFAS zurückzuführen sind, ist erschreckend.

Seit 2019 wird in Brüssel eine Trinkwasser-Richtlinie erarbeitet, in der PFAS berücksichtigt werden. Der jahrelange Einsatz des Umweltanwalts Robert Bilott ist also auch im Hinblick auf Europa nicht vergeblich gewesen.

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