Home » Biologie » Erfolgreiche Plastik-Emspiraten

Erfolgreiche Plastik-Emspiraten

Schüler des Mariengymnasiums haben erfolgreich am Wissenschaftsjahr „Meere und Ozeane: Plastikpiraten“ teilgenommen

Bericht von Dr. Sabine Schöneich

Pünktlich zum Jahreswechsel liegen die Ergebnisse der Jugendaktion Wissenschaftsjahr „Plastikpiraten“ vor, an der im letzten Schuljahr auch der Kurs „Naturwissenschaften“ der Jahrgangsstufe 9 des Mariengymnasiums erfolgreich teilgenommen hat. Hier ging es darum, dass die Schüler nicht nur „Wissenschaft spielten“, sondern an einem Wissenschaftsprojekt der Uni Kiel richtig teilgenommen haben. „Wir waren an der Ems am Lohwall und haben dort nach allen Sorten von Müll gesucht. Dafür haben wir Planquadrate abgesteckt, Ufersand gesiebt, Fotos und Protokolle erstellt. Wir haben die Fließgeschwindigkeit der Ems bestimmt und mit einem speziellen Oberflächenwassernetz nach Mikroplastikpartikeln gefischt“, berichten sie. Insgesamt haben sich über 300 Schulen in ganz Deutschland an dieser Citizen-Science-Aktion beteiligt und an verschiedenen Fließgewässern in ganz Deutschland Müll gesammelt, wissenschaftlich ausgewertet und damit einen kleinen Beitrag zum Schutz der Meere und Ozeane geleistet. Die Ergebnisse können jetzt im Internet eingesehen werden. Am Mariengymnasium kam nun das Dankesschreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an für die Leistung des Kurses als „Plastik-Emspiraten“. Die erhobenen Daten des Kurses und teilweise auch das Sammelgut wurden vom Kurs zur Forschungsstelle der Uni Kiel eingesendet. Dabei ging es nicht nur um die größeren Müllansammlungen, sondern der Kurs wurde leider auch bei der Suche nach Mikroplastik in der Ems fündig: In 3000 l Flusswasser schwimmt mindestens ein Mikroplastikpartikel einer maximalen Größe von 5 mm in der Ems. Mikroplastik ist neben dem größeren Plastikmüll, der über die Flüsse in die Meere gelangt, äußerst problematisch, da z. B. Fische die kleinen Plastikpartikel als „Nahrung“ aufnehmen, einlagern und daran verenden können. Über die Nahrungskette sind auch wir Menschen beim Verzehr von Fisch gefährdet, dass wir Mikroplastik aufnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler untersuchten anschließend verschiedenste Kosmetika auf Mikroplastikpartikel und isolierten diese. Mikroplastik wird Kosmetika sowohl als Peelingsubstanz anstelle von unproblematischen Substanzen wie z. B. Sand oder Wachs zugefügt, als auch als flüssige Kunststoffe. Problematisch ist hieran, dass sie über die Kanalisation ungefiltert in die Flüsse gelangen, da es in den Klärwerken dafür i. d. R. keine speziellen Filteranlagen gibt. „Aber man kann als Verbraucher diese Kosmetika meiden. Es gibt z.B. vom BUND eine Einkaufsliste. Wir haben an den BUND unsere Ergebnisse weitergeleitet, so dass die Liste der Kosmetika mit Mikroplastik erweitert werden konnte. Das hat uns nach den Untersuchungen an der Ems auch viel Spaß gemacht. Vor allem nachdem wir sehen konnten, dass unsere Ergebnisse in die Liste mit eingearbeitet wurden“ berichten die Schülerinnen und Schüler. Sie haben jetzt die Augen auf beim Einkauf und verwenden keine problematischen Kosmetika mehr.

Die Ergebnisse des Naturwissenschaftskurses 9 des Mariengymnasiums im Schuljahr 2016/17 können eingesehen werden unter:

Termine

Folge uns auf Twitter

Archiv