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DIE DDR – EIN UNRECHTSSTAAT?

Seminar über das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen

Bericht von Sophia Hermsen, Emilia Hoyer (9B) und Keanu Nagel (9C)

Aus Berlin hatten die neunten Klassen des Mariengymnasiums kürzlich Besuch von zwei pädagogischen Mitarbeitern der Gedenkstätte „Berlin-Hohenschönhausen“. Hohenschönhausen war das zentrale Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit der DDR. „DDR – Soziales Paradies oder Unrechtsstaat?“ hieß das Thema von Dr. Andrea Prause und Harry Wenzel, das sie mit abwechslungsreichen und anschaulichen Methoden mit uns erarbeiteten. Dazu wurde jede Klasse in zwei Gruppen eingeteilt.

Bei Frau Dr. Prause haben wir zunächst in einem Brainstorming unsere Vorstellungen und unser Wissen bezüglich der DDR gesammelt. Sie war sehr angetan von dem doch schon sehr differenzierten Vorwissen der Gruppe. Anschließend sollte ein Memory, bestehend aus Zeitkarten, Bildern und Texten gelöst werden. Dieses Memory und ein kurzes Video dienten zur Erarbeitung der Entstehung und Entwicklung der kommunistischen Ideologie. Danach haben wir diskutiert: Würde eine kommunistische Gesellschaft heute funktionieren? Wäre eine kommunistische Gesellschaft überhaupt sinnvoll? Unsere Gruppe war sich weitgehend einig: Die Idee des Kommunismus ist zwar schön und lässt Hoffnung auf Gleichheit und Gleichberechtigung in greifbare Nähe rücken, sie ist aber utopisch und in einer solch großen Menge an Menschen einfach nicht umsetzbar.
Ein Film zeigte anschaulich die Entwicklung, Ausstattung und Behandlung der Gefangenen im Untersuchungsgefängnis der Stasi Hohenschönhausen. Auch in der zweiten Gruppe bei Herrn Wenzel wurden wir über die unmenschlichen Haftbedingungen im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen aufgeklärt: Wo sowohl psychische als auch physische Gewalt im Alltag herrschten, um so Geständnisse von den Inhaftierten zu erpressen. In den Einzelzellen der Häftlinge im Keller, U-Boot der Stasi genannt, gab es neben der kahlen Pritsche und einer Art von Eimer keine Fenster. Dies führte zum Verlust des Zeitgefühls der Inhaftierten. Herr Wenzel wies darauf hin, dass sich in den folgenden Jahrzehnten in einem Anbau der Zustand der Zellen etwas gebessert habe.
Ein Schwerpunkt in seiner Gruppe lag bei den Bürger- und Menschenrechten. Die Verletzung und Missachtung der Grundrechte der Bürger der DDR, wie beispielsweise das Recht auf Privatsphäre, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Religionsfreiheit wurden an Beispielen erarbeitet.
„Soziales Paradies oder Unrechtsstaat?“ Wir kamen eher zu dem Schluss, dass die DDR nur wenige paradiesische Züge aufwies.

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